Wer ist der neue Wes?

Indaba Music und Resonance Records suchen den modernen Wes. Welcher Gitarrist zwischen 14 und 33 hat das Zeug dazu? Gefordert werden drei Stücke, eines davon muss ein Wes-Cover sein. In der Jury sitzt unter anderem Pat Martino. Der Sieger bekommt eine Geldprämie und eine Benedetto-Gitarre, das Pat Martino Signature Modell. Außerdem könne die fünf besten in NYC mit Pat Martino auf der Bühne stehen. Wenn das kein Anreiz ist! Deadline für die Einsendungen ist der 15. Juli 2015.

Zum Contest
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Do it like Wes …

Wohl auch, weil morgen, am 6. März, der Geburtstag von Wes ist, hat Jazzguitar.be eine neue Lektion veröffentlicht. Das kleine Blues-Solo ist im Stil von Wes gehalten, was finde ich auch ganz gut gelungen ist. Überhaupt bemüht sich Jazzguitar.de in letzter Zeit sehr um den Stil von Wes Montgomery, weshalb ich die Seite immer wieder gerne besuche. Ich verlinke hier nur das Video, aber auf der Website bekommt man auch Noten und Tabulator dazu. Viel Spaß beim Üben.

 

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R.I.P. Orrin Keepnews & Clark Terry

Zwei wichtige Begleiter Wes Montgomerys sind in der vergangenen Woche gestorben. Der Trompeter Clark Terry ist nach langer Krankheit am 21. Februar 2015 gestorben. Produzent Orrin Keepnews starb am 1. März.

Clark Terry und Wes spielten in Europa zusammen, im Jahr 1965, als Wes das einzige Mal außerhalb der USA und Kanadas unterwegs war. Überliefert ist ein Radio-Konzert in den Niederlanden (Mit Clark Terry (tr), Pim Jacobs (p), Ruud Jacobs (b) und Han Bennink (dr)
Veröffentlicht als CD/LP “Straight, No Chaser”).

Orrin Keepnews war eine der wichtigsten Personen in Wes‘ Karriere. 1959, wenige Tage, nach Cannonball Adderley ihm von diesem Gitaristen in Indianapolis erzählt hatte, reiste Keepnews von New York gen Westen, um Wes im Missile Club zu hören. „Als die Sonne aufging über Indianapolis, hatte Wes den Vertrag mit mir unterzeichnet“, erzählte Keepnews später. Kurz darauf nahm Wes für Keepnews‘ Riverside Label seine erste Platte auf. Mit der zweiten, The Incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery, nahm Wes dann seinen Platz an der Spitze der damaligen Jazzgitarrenszene ein.

Neben Wes hatte Riverside Musiker wie Thelonius Monk, Bill Evans und Cannonball Adderley unter Vertrag. Zwischen 1953 und 1964 produzierte Keepnews zahlreiche Alben, die heute zum klassischen Jazz-Kanon gehören und einzigartige Zeugnisse dieser Periode darstellen. Wirtschaftlichen Erfolg konnte er damit nicht verbuchen, 1964 ging Riverside pleite. Was bleibt, sind unvergessene Werke großer Musiker, die ohne Keepnews vielleicht nie Erfolg gehabt hätten – so wie Wes.

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Schneller Radio-Tipp: Wes auf WDR3

Heute Abend, also am 6 Februar, sendet WDR3 eine halbe Stunde lang neu aufgetauchte Aufnahmen von Wes. Mit dabei als Experte ist auch Wes-Biograf Oliver Dunskus. Einschalten!

Die Doppel-CDIn The Beginning“ und das Album „Echoes Of Indiana Avenue“ füllen nun die Lücke zwischen den frühen Hampton-Aufnahmen und dem richtigen Debüt „The Wes Montgomery Trio“ für Riverside Records 1960. Im Mittelpunkt stehen bislang unveröffentlichte Konzertmitschnitte und Studioaufnahmen mit dem damals mittdreißigjährigen Wes und seinen Brüdern Buddy (Piano) und Monk Montgomery (Bass), die sie mit verschiedenen Besetzungen einspielten – wie zum Beispiel aus dem Turf Club in Indianapolis 1956 oder fünf Stücken, die der damals noch unbekannte Quincy Jones mit Montgomery für das Label Columbia Records produziert hatte.

Moderation: Martin Laurentius

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Und noch eine Liveaufnahme von Wes

wesliveResonance Records hören nicht auf, neue Aufnahmen von Wes Montgomery zu entdecken und zu veröffentlichen. Zum Record Store Day gibt es wieder einer Platte, diesmal ein Konzert von 1959. Das Tape war in Besitz des in Indianapolis ansässigen Fotografen Duncan Schiedt. Hammer! Und diesmal scheinen die Aufnahmen beim Record Store Day auch außerhalb der USA erhältlich zu sein.

One more Record Store Day exclusive to post. Before he passed away in 2014, our friend & legendary Indianapolis photojournalist Duncan Schiedt called us one day to say he had a tape he wanted Resonance Records to release. It was a recording of Wes Montgomery with The Eddie Higgins Trio. It was recorded at a club Duncan and friends ran called The Indianapolis Jazz Club (aka The IJC) on Sunday, January 18,1959. Duncan even gave us a newsletter from the club reviewing the performance. The tape had been passed down over the years, but no one supposedly ever heard the music until Duncan sent us the reel and we had it transferred at our studios. The music is a delightful gift for us to savor. It even includes the great Walter Perkins on drums (Ahmad Jamal’s trio drummer before Vernell Fournier).

There hasn’t been previously unissued Wes discoveries like this in decades. It is the honor of Resonance Records in partnership with several partners to present this music legally & officially. We worked with the estates of Wes Montgomery, Eddie Higgins, and Duncan Schiedt to see this was done right. We’re releasing this music on an exclusive 12″ record and only pressing 2500 for the world. This will only be on LP until 2016/2017 when the music will be included on a forthcoming multi-disc CD/LP release.
Just to be clear, there will also be a forthcoming 2CD/3LP Montgomery set coming this May (no connection with this music, but more on that soon).

Below are some details about the release. I hope you’ll enjoy us in celebrating this music. Thanks to all who were involved especially Robert Montgomery, Meredith D’Ambrosio, & Cameron Schiedt. Also, many thanks to Burton Yount for designing another incredible classic album cover (the photo is from the Indiana Historical Society taken in the mid 1950’s).

FROM RESONANCE RECORDS:
JANUARY 24, 2015

UNRELEASED RECORDINGS of WES MONTGOMERY coming for RECORD STORE DAY 2015!!

Coming on April 18th for Record Store Day – Wes Montgomery “One Night In Indy (featuring The Eddie Higgins Trio)”. This Limited Edition 12″ LP unites Wes Montgomery with legendary jazz pianist Eddie Higgins and his trio in 1959 at the Indianapolis Jazz Club in Indiana. None of these recordings have been issued before!

Limited Edition pressing (only 2500) on 180 gram vinyl at 33 1/3 RPM by Erika Records and includes over 40 min of music. The original tapes formerly belonged to the late-great Indiana photo journalist, Duncan Schiedt. Cover designed by Burton Yount. This music will be featured on an upcoming 2016/2017 Resonance Records release!

Side A:
Give Me the Simple Life
Prelude to A Kiss
Stompin’ at the Savoy

Side B:
Li’l Darling
Ruby My Dear
You’d Be So Nice to Come Home to

Featuring: Wes Montgomery – guitar, Eddie Higgins – piano, (unknown bassist), Walter Perkins – drums

Call your favorite record store now & tell them you want this release! Visit www.recordstoreday.com to find a participating store near you.

Distribution:
Switzerland/Austria/Germany/BeNeLux: New Arts/Challenge

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In The Beginning

Wes Montgomery - In The Beginning

Wes Montgomery – In The Beginning

Noch mehr Aufnahmen aus den frühen Jahren: Resonance Records haben eine weitere Überraschung für Wes-Fans. Es handelt sich um zwei Konzertaufnahmen, die der Student Philip Kahl in den 1950er Jahren mitschnitt. Wie Jazz Thing bereits gehört hat, sind die Aufnahmen von eher dokumentarischer Qualität. Dafür geben sie einen Einblick in die stilistische Entwicklung von Wes Montgomery in diesen Jahren. In The Beginning wird eine Doppel-CD sein. Den Erscheinungstermin trage ich nach, sobald ich ihn kenne.

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Jetzt bestellbar: die neue Wes-Montgomery-Biographie

Wes Montgomery: Sein Leben, seine Musik

Wes Montgomery: Sein Leben, seine Musik

Die neue Wes-Montgomery-Biographie von Oliver Dunskus, die hier vor einigen Wochen angekündigt worden ist, kann jetzt beim Autoren bestellt werden! Oliver hat dafür eine Webseite bereitsgestellt: wesmontgomery.npage.de. Das Buch kostet 29 Euro plus 5 Euro Versand und kann über die Kontaktseite der Page angefordert werden. Das 284 Seiten dicke Buch beinhaltet neben der ersten wirklich ausführlichen Wes-Biographie auch Rezensionan aller Platten und eine vollständige Diskographie nach Aufnahmesessions mit allen Besetzungen und Titeln.

 

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Neue Wes Montgomery Biographie erscheint in Kürze. Auf Deutsch!

Cover der neuen Wes-Biographie von Oliver Dunskus

Cover der neuen Wes-Biographie von Oliver Dunskus

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Breaking News: Oliver Dunskus, der auch hier schon mehrere Artikel geschrieben hat, veröffentlicht in Kürze seine nagelneue Wes-Biographie. Es ist die erste ihrer Art auf Deutsch und stellt die bislang einzige englische von Adrian Ingram ganz klar in den Schatten. Oliver hat viele Jahre lang für dieses Buch recherchiert und eine erstaunliche Vielfalt an biografischen Details ausgegraben. Ich durfte einige Kapitel während des Entstehens lesen und war immer wieder überrascht, was ich alles nicht über Wes‘ Leben wusste. Teil des Buches wird auch eine kommentierte Diskographie sein!

Noch gibt es die Wes-Montgomery-Biographie nicht zu kaufen, aber Oliver schrieb: „Das Buch wird knapp 300 Seiten haben und als Softcover ca. 28 Euro kosten. Erhältlich im Direktvertrieb beim Autor. Es erscheint in den nächsten Wochen.“ Ich halte euch auf dem Laufenden!

 

 

 

 

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Montgomery-Johnson Quintet – Live at the Turf Club

Wes-Experte Oliver Dunskus hat sich die neu veröffentlichten Aufnahmen aus den 1950er Jahren genau angehört. Hier Teil 2 seiner Eindrücke:

 

Gleichzeitig mit der vorangegangenen Platte erschien beim selben Label Resonance Records eine weitere limitierte LP, ebenfalls im Zehn-Zoll Format, und mit ebenso viel Liebe fürs Detail produziert, doch inhaltlich ganz anders: Philip Kahl, ein Student und Freund der Familie Montgomery hatte einige Auftritte im Turf Club mit einem Tonbandgerät mitgeschnitten. Die Bänder befanden sich him Besitz von Ann Montgomery, der Witwe Buddy Montgomerys, die Resonance Records nach dessen Tod gestattete, das Material zu sichten und zu veröffentlichen.

Waren die Studioaufnahmen von 1955 noch etwas verhalten gewesen, so erlebt man hier einen entspannten Wes beim Heimspiel. Es sind die frühesten Liveaufnahmen des Gitarristen (wenn man die Aufnahmen mit Lionel Hampton von 1949 außer acht lässt, auf denen er kaum zu hören war) und wir tauchen in die dichte Clubathmosphäre des Turf-Clubs ein. Wes spielt hier weiterhin im Montgomery-Johnson Quintet in unveränderter Besetzung. Die Aufnahmen sind verhältnismässig gut, und das kritische Ohr wird schnell vom musikalischen Inhalt abgelenkt.

Wes’ Tune ist hier zum ersten Mal zu hören, noch mit Intro und das Thema noch zweistimmig, während es zwei Jahre danach für Pacific unisono eingespielt wurde. Die Gruppe wirkt routiniert und strotzt vor Spielfreude. Man hört, wie Wes mit seiner markanten Stimme seine Kollegen anfeuert, wodurch das Stück auch an Tempo zunimmt. Das war aber auch schon die einzige Eigenkomposition, der Rest des Albums besteht aus Standards: Gershwins Fascinating Rhythm, das ebenfalls mit ausgedehnten Soli aufwartet, und Henri Mancinis Six Bridges to Cross, eine Ballade, bei der Wes eine frühe Kostprobe seiner Akkordtechnik zum besten gibt. Er klingt gegenüber den Aufnahmen von 1955 deutlich ausgereifter.

Going Down to Big Mary’s fällt aus dem Rahmen – nicht nur weil John Dale Bass spielt, sondern weil wir es mit einer R&B Nummer zu tun haben, bei der Debbie Andrews (bürgerlich Lucy Johnson), die Schwester des Schlagzeugers Sonny Johnson, singt. Debbie Andrews war bereits 1952 von Duke Ellington entdeckt worden und hatte kurz darauf einen Plattenvertrag bei Mercury Records unterschrieben, jedoch hatte sich ihre Solokarriere nicht erfolgreich entwickelt. Wes hatte in den Fünfzigern mehrere Ausflüge in die R&B Gefilde unternommen und klingt auch in diesem Genre ausgesprochen sicher und elegant. Doch die schönsten Stücke des Albums kommen zum Schluss: eine furiose Fassung von Caravan, in der Wes seine Vielseitigkeit und Virtuosität bei hohen Tempi zur Schau stellt, und – als Kontrast – die John Lewis Komposition Django, gefühlvoll, einfach wunderschön dargeboten.

Wes hat einmal über sich selbst gesagt haben, er habe 1955 besser gespielt als später, aber es hätte damals keinen Menschen interessiert. Nun gibt es einen Beleg dafür, und man verdankt ihn Philip Kahl.

Autor: Oliver Dunskus

Live at The Turf Club (1956)

Live at The Turf Club (1956)

Wes Montgomery & The Montgomery-Johnson Quintet Live at the Turf Club (1956)

Wes’s Tune
Fascinating Rhythm
Six Bridges to Cross
Going Down to Big Mary’s
Caravan
Django

Aufgenommen im August und November 1956
Erschienen: 2014
Originallabel: Resonance HLT-8015
Produzent: Zev Feldman

 

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