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Noch mehr Liveaufnahmen

Hmm, was wohl noch alles mit den Jahren an unbekannten Liveaufnahmen von Wes Montgomery erscheinen wird? Die Seattle Times hat gerade ein Porträt von Radio-Macher Jim Wilke veröffentlicht, der daheim auf einem Archiv unveröffentlichter Tapes aus den 1960er Jahren sitzt. Sie wurden in einem Club in Seattle namens „The Penthouse“ aufgenommen bzw. live im Radio gesendet.

As musicians such as John Coltrane, Stan Getz or Wes Montgomery played at The Penthouse, most agreed to have their Thursday night shows broadcast live for half an hour. It was Wilke who set up the mixing equipment, did the announcing and ran the control board.

Jazz fans would hear the show, says Wilke, and drive down that same night to the club to take in the second set.

For now, the tapes stay unplayed for the public. But Wilke says there has been interest in releasing the recordings.

„I want to make sure all the rights are taken care of, and the musicians or their estates are compensated.“

Mal sehen, ob wir da noch etwas hören!

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Neue Liveaufnahmen von Wes Montgomery

Überraschung kurz vor Weihnachten: Die US-Seite Wolfgang’s Vault hat mehr oder weniger still und heimlich (ich habe den offiziellen Release Anfang November jedenfalls verpasst, obwohl ich seit Jahren jeden Newsletter danach durchsuche!) bislang unbekannte Live-Aufnahmen von Wes Montgomery bzw. den Montgomery Brothers veröffentlicht. Es handelt sich um drei Stücke vom Newport Jazz Festival 1967 – ein relativ kurzer Ausschnitt eines vermutlich deutlich längeren Auftritts am 3. Juli 1967. Wes spielt mit seinen Brüdern Buddy und Monk sowie mit Drummer Grady Tate. In zwei Stücken ist noch ein Percussionist zu hören, der bei den Angaben auf Wolfgang’s Vault nicht erwähnt wird. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um Ray Barretto handelt, mit dem Wes im Sommer 1967 mehrere Studioaufnahmen einspielte.

Wes MontgomeryDie Aufnahmen, die jetzt bei Wolfgang’s Vault dokumentiert wurden, zeigen Wes in absoluter Oktavlaune. Schon im Auftaktstück, der Wes-Komposition Naptown Blues, zeigt er seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Nach einer längeren Singlenote-Passage geht Wes zur einem sehr dynamischen Oktavspiel über. Im engen rhythmischen Zusammenspiel mit seinen Brüdern treibt er das Stück voran.

Es folgt eine nur rund zweiminütige Version von Goin‘ Out of My Head. Das  Thema des Popsongs spielt er in Oktaven, großartig begleitet von Monk und mit einem lässigen Groove, angereichert durch die Percussions von (vermutlich) Ray Barretto. Ein Solo fehlt. Das wird dann ausführlich in Tequila nachgereicht. Hier läuft Wes zu absoluter Hochform auf. Auch hier ist es ein straighter, von Drums und Percussions getragener Groove, der Wes‘ Spiel beflügelt. Dabei hält er sich gar nicht erst mit Singlenotes auf. Mit seinen Oktaven gibt er gleich nach dem Thema richtig Gas und bremst auch nicht mehr ab. In einer grandiosen Abfolge immer neuen Ideen zeigt sich Wes hier in einer geradezu beängstigenden Form. Die ganzen knapp fünf Minuten des Gitarrensolos sind ein Manifest seiner Musikalität, seines außergewöhnlichen Rhythmusgefühls und seiner Technik.

Wolfgang’s Vault, die das Archiv des Newport Festivals besitzen und nach und nach aufarbeiten und veröffentlichen, schenken uns mit dieser Viertelstunde einen wirklich kostbaren Einblick in ein kaum dokumentiertes Kapitel, nämlich das späte Zusammenspiel der drei Montgomery Brothers, die hier, knapp ein Jahr vor dem Tod des Gitarristen, wie ich finde so großartig wie nie zuvor performen. Ich will mehr davon!

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Wes-Tribute mit Jimmy Cobb und Harold Mabern

Jimmy CobbJazz-Promoter Todd Barkan, zuletzt für das Programm eines der Clubs bei Jazz at Lincoln Center zuständig, startet im Iridium in Manhatten eine neue Konzertserie. Für den Auftakt hat er eine besondere Überraschung aus dem Hut gezaubert. Ab dem 2. Januar wird es ein Wes-Tribute geben, und zwar mit zwei Musikern, die noch mit Wes Montgomery intensiv gespielt haben: Drummer Jimmy Cobb und Pianist Harold Mabern. Cobb hat erstmals 1963 mit Wes die LP „Boss Guitar“ 1962 mit Wes „Full House“ aufgenommen und gehörte später zum Wynton Kelly Trio, das mit Wes die berühmten Half-Note-Konzerte gespielt hat. Mabern gehörte zwei jahre lang zur Tourband von Wes und ist auf vielen Alben der Europa-Tournee von 1965 zu hören. An der Gitarre wird Peter Bernstein zu hören sein. Ich hatte schon vor einiger Zeit über ein größeres Wes-Tribute von ihm spekuliert. Bassist John Weber und der Saxophonist Eric Alexander komplettieren die Tribute-Band. Schön wäre es, wenn es Aufnahmen geben würde. (Hoffen wir zumindest auf ein paar Bootleg-Mitschnitte.)

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Family business

Eine sehr interessante kleine Video-Serie mit sehr privaten Einblicken in das Leben von „Buddy“ Montgomery, dem jüngsten der Montgomery-Brothers. Gleichzeitig gibt es hier und auch sehr gute Einblicke in die frühen Jahre von Wes, als er viel mit seinen Brüdern spielte. Wenn ich es richtig sehe, stammen die Videos von „Monks“ Sohn Brian Montgomery.

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Ted Greene analysiert Movin‘ Wes

Ted Greenes Kolumnen im Guitar Player Magazine waren zu ihrer Zeit hoch angesehen und viel beachtet. Auch wenn Ted Greene (1946 – 2005) nie wirklich berühmt wurde, so war er doch unter Gitarristen ein Begriff. Als Spieler, vor allem aber als Lehrer und Buchautor hat er tiefe und nachhaltige Spuren hinterlassen.

Dieses Original-Manuskript für eine Guitar-Player-Kolumne aus dem Jahr 1998 ist auf der Homepage von Ted Greene zu finden, die von seiner Witwe Barbara weiter aktuell gehalten wird. Irgendjemand hat es bei Scribd hochgeladen, so dass man das PDF auch online lesen und woanders einbinden kann.

Es lohnt sich wirklich, sich durch die Handschrift zu kämpfen, denn nur selten liest man Rezensionen, die aus einem so tiefen Verständnis der Jazzharmonik schöpfen können. Insofern gilt das, was er Greene über Wes Spiel schreibt, auch für diese Kolumne: „Ach könnte man doch bloß darin baden!“

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Wes, der Rock’n’Roller

Für Wesheads ist es kein Geheimnis, dass der Jazzmusiker auf der Gitarre auch in anderen Genres abliefern konnte. Gerade erst konnten wir auf den Lost Tapes einen lupenreinen Blues hören. Und Ende der 1950er Jahre ging Wes hin und wieder auch mit Rock’n’Rollern ins Studio. Ich habe bei den Videos zwei Songs verlinkt, auf denen Wes zu hören sein soll. Wes-Experte Oliver Dunskus ist jetzt auf ein Blogpost gestoßen, das einige direkte Erinnerungen von Ronnie Haig teilt, der damals Wes bei seinen Aufnahmen in den Chicagoer Chess Studios dabei hatte.

We worked together a lot on several Rock & Roll sessions. That’s right! Rock and Roll. He always said: „Don’t tell anyone I did this man.“  He was just there for the 50.00 bucks he would make on the session. Hey with that many kids, someone is always either hungry or sick. Didn’t matter what style he was playing, he was there to have a good time.

Ronnie, selbst Gitarrist, gibt dort auch eine detaillierte Schilderung darüber, dass Wes zu dieser Zeit eine Gibson ES 175 mit P90-Pickups spielte. (Hier ein 1956er Modell mit schöner Beschreibung.) Er kann sogar sagen, wo Wes die Gitarre gekauft hat, nämlich in einem Laden in Indianapolis. Leider wird seine Schilderung etwas unglaubwürdig, wenn er am Schluss die Gitarre auf Wes‘ Grabstein als ebenjene ES 175 identifiziert. Die Gitarre auf dem Stein ist jedoch eine L5.

Original Blogpost

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Toulouse Engelhardt erinnert sich an Wes

Auch 50 Jahre nach seinem Tod poppen immer wieder Anekdoten auf, wenn sich Menschen an Wes Montgomery erinnern. Hier ist eine Erinnerung des Gitarristen Toulouse Engelhardt (dessen Namen, ich muss es gestehen, ich hier zum ersten Mal gelesen habe):

“When I was a sophomore in high school I had kind of outgrown surf music, and I started looking at jazz music. So, one of my heroes was Wes Montgomery. This was back in the early 60s, Wes would do a regular gig at the Lighthouse [Cafe in Hermosa Beach]. So I dragged three of my bros down; they wanted to go hustle chicks down in Hermosa, but I wanted to go see Wes Montgomery.

“I was 13 years old, so obviously I couldn’t go in; but when it was balmy in the summer, they would open the porthole – it was a window right on the street side, you could see the jazz musicians play from there. I was looking over the Dutch door watching him play, my bros got bored and took off to go look for chicks and left me. While I was waiting for Wes to come out and do his last set, I walked around through the back alley, and lo and behold, who was standing there smoking a cigarette but the man himself.

“He looked up at me and said, ‘You play guitar, don’t you kid?’

“I was completely star struck and I said, ‘Yeah, how do you know?’

“‘I saw you outside.’”

“‘Wes, how do you do those double octaves?’ Which was his signature sound that separated him.

“He goes, ‘Lemme show you kid.’ He sat me down on the step of the backdoor of the Lighthouse and reached around the corner and put his big Gibson hollow body in my lap, and he said, ‘Here, lemme show ya.’ And he showed me how to do it, and I was in heaven.

“I got my second only guitar lesson from the master himself. I’ve never had a lesson since.”

The jazz master had blown some smokey life into Engelhardt’s fingers, and they were about to take flight in a whole new way.

Quelle

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Erste Rezension zu den „Echoes“

Echoes of Indiana Avenue

Echoes

Echoes of Indiana Avenue, das neue Album mit den bislang unbekannten Aufnahmen von Wes Montgomery, wird in diesem Monat erscheinen. Oliver Dunskus hat es bereits gehört und eine sehr ausführliche Rezension darüber geschrieben – sehr lesenswert! Erschienen ist es bei Alexander Schmitz, der sein Onlinemagazin leider Ende März einstellen und das Archiv in die Hände von Archtop Germany legen wird.

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Neue Wes-Aufnahme wird versteigert

Auf Ebay hat soeben eine Auktion begonnen, bei der das erste Exemplar der neuen Wes-Montgomery-Aufnahmen „Echoes of Indiana Avenue“ versteigert wird. Die Nummer 1/1000 der in limitierter Edition erscheinenden Sonderveröffentlichung mit Doppel-LP und CD wird von Resonance Records zugunsten der amerikanischen Herz-Stiftung angeboten. Bekanntlich ist Wes im Alter von 45 Jahren an Herzversagen gestorben. Schön zu erkennen ist das schön gestaltete Cover der LPs. Update: Das Resultat, immerhin 305 US-Dollar.

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Musik-Manager John Levy gestorben

Devra & John Levy

Devra & John Levy

Der Bassist und spätere Manager zahlreicher Jazz-Musiker John Levy ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Levy, der mit der Tochter von Jim Hall verheiratet war, war auch viele Jahre lang der Manager von Wes Montgomery. In seinen Lebenserinnerungen, die vor einigen Jahren von Devra Hall aufgeschrieben worden sind, erzählt Levy viel über seine Zeit mit Wes. So hatte er sich noch wenige Tage vor Wes Tod mit dem Gitarristen am Flughafen von Phoenix getroffen, um geschäftliche Dinge zu besprechen. Als Bassist spielte Levy in den 1940er Jahren mit Ben Webster, Milt Jackson oder Erroll Garner. 1948 war er dabei, als Billie Holiday ihr berühmtes Comeback-Konzert in der Carnegie Hall gab. 1949 gehörte er zur Band von George Shearing, die er bald darauf auch managte. Als erster freier afroamerikanischer Jazzagent betreute Levy neben Wes Montgomery auch Cannonball Adderley, George Shearing oder Nancy Wilson. 2006 erhielt er die höchste US-Auszeichnung im Bereich Jazz, die NEA Jazz Masters Fellowship. John Levy wäre in drei Monaten 100 Jahre alt geworden.

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Danke für das großartige Jahr 2011!

Gemessen an den Besucherzahlen war 2011 das bislang erfolgreichste Jahr dieser kleinen Wes-Montgomery-Seite. Mit über 700 Views war der Dezember der erfolgreichste Monat des Jahres, was für die weitere Entwicklung im Jahr 2012 erfreulich ist. Laut meines Statistikprogramms wurde wesmontgomery.de 2011 von 6200 Leuten besucht, was für eine solche deutschsprachige Orchideenseite glaube ich ganz anständig ist. Die am häufigsten besuchten Seiten waren:

1. Diskografie

2. Wes Montgomerys Gitarren

3. Wes Montgomery Spieltechnik

4. Wes Montgomery – Full House

5. Biographie

Allen Besuchern herzlichen Dank für ihr Interesse und weiterhin viel Spaß hier!

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