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Pat Metheny folgt Wes Montgomery

Downbeat-Cover

Downbeat-Cover

Ende 2013 ist Pat Metheny in die wirklich exklusive Downbeat Hall of Fame gewählt worden. Nur drei Jazzgitarristen vor ihm ist diese Ehre zu Teil geworden: Charlie Christian, Django Reinhardt und Wes Montgomery. Wes wurde 1968, im Jahr seine Todes, von den Lesern des Magazins in diesen überschaubaren Kreis hineingewählt. Charlie Christian (1966) und Django Reinhardt (1971) wurden dagegen von Kritikern ausgewählt. Im Jahr 2013 wurde Pat Metheney nun ebenfalls mit den Stimmen der Leser gewählt, ist damit auf einer Stufe mit seinem Jugend-Idol Wes Montgomery!

Was denkt ihr: Ist Pat Metheny so wichtig und einflussreich für die Jazzgitarre wie Wes Montgomery?

(WesMontgomey.de wünscht allen Lesern/Usern/Wesheads entspannte Feiertage, ein erfolgreiches Jahr 2014 und immer einen coolen Groove im Herzen! Und bleibt in Kontakt, Anfang des Jahres seht ihr hier ein exklusives Interview mit Bassist Ruud Jacobs. Stay tuned.)

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Gründen wir ein Forum?

Ich habe in den letzten Wochen mehrfach elektronische Post bekommen von Menschen, die sich mit Wes Montgomery und der Jazzgitarre allgemein beschäftigen. Das ist eine Resonanz, die mich sehr gefreut hat. Dabei ist mir aufgefallen, dass irgendwie ein Ort fehlt, an dem man direkt miteinander kommunizieren kann. Bis zum vergangenen Jahr gab es noch das Forum bei Archtop Germany, aber auch das ist zwischenzeitlich dahingeschieden. Bei Facebook habe ich den Eindruck, dass viele Hemmungen und Ängste haben, sich dort anzumelden oder zu kommunizieren. Und ich muss gestehen, dass ich FB auch eher für einen privaten Kreis benutze, während ich sonst auf Twitter oder bei Google+ auch für alle anderen einsehbar und kontaktierbar bin. Also, was bleibt? Eine Mailingliste? Oder ein neues Forum.

Ich habe einfach mal ein Forum an diese Webseite angedockt, und ich würde mich freuen, wenn es ein paar Menschen finden würde, die sich gerne über tote und lebende Gitarristen, über Archtops, über Konzertermine, neue Aufnahmen, die man gehört haben muss, oder ähnliche Dinge unterhalten möchten. Ihr alle seid herzlich eingeladen.

Ach so: Ich habe zwar eine Menge Erfahrung darin, Blogs einzurichten und zu gestalten, aber beim Forum betrete ich Neuland. Falls etwas blöd aussieht, unkomfortabel ist oder gar nicht funktioniert, sagt bitte Bescheid (auch gerne per Mail an torsten at meise.net). Ich lerne gerne dazu.

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Larry Coryell über Wes

Man sollte eigentlich kein Produkt des Springer-Verlags mehr zitieren oder verlinken, weil er uns Bloggern mit dem Leistungsschutzrecht ein wirklich fieses Ei ins Nest gelegt haben. Aber Larry Coryell hat jetzt der Welt ein Interview gegeben, das eine sehr interessante Passage über seine Begegnung mit Wes Montgomery enthält. Ich denke, es ist vom Zitatrecht gedeckt, wenn ich das hier wiedergebe:

Stimmt es, dass Sie einmal Wes Montgomery begegnet sind, den viele für den bis heute größten aller Jazzgitarristen halten?

Das war auf einer Schiffsfahrt, zu der ihn wohlhabende Fans eingeladen hatten. Ich habe mich auf das Boot geschmuggelt – zusammen mit meiner Gitarre. Als das Boot in der Mitte des Sees angekommen war, bin ich zu Wes gegangen, um ihm zu sagen, wie großartig ich ihn finde. Er hat mir damals etwas sehr Wichtiges über sein Improvisieren gesagt: Er versuche, sich jeden Ton, den er spielt, vorher vorzustellen – im Bruchteil einer Sekunde, bevor er den Ton tatsächlich spielt. Das habe ich nie vergessen.

Das Interview enthält auch noch eine böse Passage über den Produzenten Creed Taylor, der Wes zu einem Popfusion-Star machte und dasselbe auch mit Larry Coryell versuchte.

Quelle

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West Coast Blues

Ich weiß gar nicht, ob ich die Aufnahme aus dem NDR-Workshop von 1965 jemals so ausführlich gesehen habe. Sehr schön zu bemerken ist, wie Wes letzte Anweisungen zu seinem Stück gibt. Und auch den Abspann kannte ich bislang nicht, wo Wes im Hintergrund noch ein paar hübsche Akkorde spielt, während die anderen schon abräumen.

Wes Montgomery Octet: Hans Koller (alto saxophone), Ronnie Scotts (tenor saxophone), Johnny Griffin (tenor saxophone), Ronnie Ross (baritone saxophone), Martial Solal (piano), Wes Montgomery (guitar), Michel Gaudry (bass), Ronnie Stephenson (drums).

(Auf dem iPad kann es sein, dass hier ein anderes Video angezeigt wird. Keine Ahnung, warum.)

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Noch mehr Liveaufnahmen

Hmm, was wohl noch alles mit den Jahren an unbekannten Liveaufnahmen von Wes Montgomery erscheinen wird? Die Seattle Times hat gerade ein Porträt von Radio-Macher Jim Wilke veröffentlicht, der daheim auf einem Archiv unveröffentlichter Tapes aus den 1960er Jahren sitzt. Sie wurden in einem Club in Seattle namens „The Penthouse“ aufgenommen bzw. live im Radio gesendet.

As musicians such as John Coltrane, Stan Getz or Wes Montgomery played at The Penthouse, most agreed to have their Thursday night shows broadcast live for half an hour. It was Wilke who set up the mixing equipment, did the announcing and ran the control board.

Jazz fans would hear the show, says Wilke, and drive down that same night to the club to take in the second set.

For now, the tapes stay unplayed for the public. But Wilke says there has been interest in releasing the recordings.

„I want to make sure all the rights are taken care of, and the musicians or their estates are compensated.“

Mal sehen, ob wir da noch etwas hören!

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Family business

Eine sehr interessante kleine Video-Serie mit sehr privaten Einblicken in das Leben von “Buddy” Montgomery, dem jüngsten der Montgomery-Brothers. Gleichzeitig gibt es hier und auch sehr gute Einblicke in die frühen Jahre von Wes, als er viel mit seinen Brüdern spielte. Wenn ich es richtig sehe, stammen die Videos von “Monks” Sohn Brian Montgomery.

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Ted Greene analysiert Movin’ Wes

Ted Greenes Kolumnen im Guitar Player Magazine waren zu ihrer Zeit hoch angesehen und viel beachtet. Auch wenn Ted Greene (1946 – 2005) nie wirklich berühmt wurde, so war er doch unter Gitarristen ein Begriff. Als Spieler, vor allem aber als Lehrer und Buchautor hat er tiefe und nachhaltige Spuren hinterlassen.

Dieses Original-Manuskript für eine Guitar-Player-Kolumne aus dem Jahr 1998 ist auf der Homepage von Ted Greene zu finden, die von seiner Witwe Barbara weiter aktuell gehalten wird. Irgendjemand hat es bei Scribd hochgeladen, so dass man das PDF auch online lesen und woanders einbinden kann.

Es lohnt sich wirklich, sich durch die Handschrift zu kämpfen, denn nur selten liest man Rezensionen, die aus einem so tiefen Verständnis der Jazzharmonik schöpfen können. Insofern gilt das, was er Greene über Wes Spiel schreibt, auch für diese Kolumne: “Ach könnte man doch bloß darin baden!”

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Wes, der Rock’n’Roller

Für Wesheads ist es kein Geheimnis, dass der Jazzmusiker auf der Gitarre auch in anderen Genres abliefern konnte. Gerade erst konnten wir auf den Lost Tapes einen lupenreinen Blues hören. Und Ende der 1950er Jahre ging Wes hin und wieder auch mit Rock’n’Rollern ins Studio. Ich habe bei den Videos zwei Songs verlinkt, auf denen Wes zu hören sein soll. Wes-Experte Oliver Dunskus ist jetzt auf ein Blogpost gestoßen, das einige direkte Erinnerungen von Ronnie Haig teilt, der damals Wes bei seinen Aufnahmen in den Chicagoer Chess Studios dabei hatte.

We worked together a lot on several Rock & Roll sessions. That’s right! Rock and Roll. He always said: “Don’t tell anyone I did this man.”  He was just there for the 50.00 bucks he would make on the session. Hey with that many kids, someone is always either hungry or sick. Didn’t matter what style he was playing, he was there to have a good time.

Ronnie, selbst Gitarrist, gibt dort auch eine detaillierte Schilderung darüber, dass Wes zu dieser Zeit eine Gibson ES 175 mit P90-Pickups spielte. (Hier ein 1956er Modell mit schöner Beschreibung.) Er kann sogar sagen, wo Wes die Gitarre gekauft hat, nämlich in einem Laden in Indianapolis. Leider wird seine Schilderung etwas unglaubwürdig, wenn er am Schluss die Gitarre auf Wes’ Grabstein als ebenjene ES 175 identifiziert. Die Gitarre auf dem Stein ist jedoch eine L5.

Original Blogpost

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