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Body And Soul

Body and Soul CD CoverBei Fenn Music ist jetzt eine lange Zeit nicht erhältliche Aufnahme wieder lieferbar: „Body And Soul“. Dabei handelt es sich um Liveaufnahmen aus Ronny Scotts Jazzclub in London, also von der Europatour 1965. Zu dem Quartett gehörten Stan Tracey (p), Rick Laird (b) und Ronnie Stevenson (dr), also Musiker aus dem Umfeld von Ronnie Scott. Scott begrüßt Wes zu Beginn als den „größten Gitarristen der Welt“, was dieser dann auch versucht unter Beweis zu stellen. Neben gängigen Standards enthält das Album auch einen einfachen „Wes Easy Blues“ (eigentlich D-Natural Blues) und das unter Gitarristen hoch geschätzte „Mi Cosa“ (hier als „Solo Ballad in A Major“ gelistet). Mehr dazu hier.

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News im Herbst

1. Die Concord Music Group veröffentlicht derzeit 24-Bit-remasterte Versionen mehrerer klassischer Jazzalben, u. a. von Bill Evans oder Chet Baker. Mit dabei: „Boss Guitar“ von Wes Montgomery. Das Album gehört zu den Hammond-Trio-Aufnahmen, die Wes mit Organist Melvin Rhyne für Riverside gemacht hat. Auf Boss Guitar sitzt Jimmy Cobb an den Drums, und zwar einen Tag, nachdem er das Miles Davis Quintett verließ. Neue Linernotes von Neil Tesser beleuchten die Entstehungsgeschichte des Albums, das zu den besten Riverside-Aufnahmen Wes Montgomerys zählt.

2. Werden die späten Wes-Alben wie „Road Song“ oder „A Day in the Life“ jetzt neu entdeckt? Die Arbeiten von Arrangeur Don Sebesky und Produzent Creed Taylor galten bislang als der musikalische Tiefpunkt in Wes‘ Karriere. Doch Sony entdeckt gerade das Potenzial jener Popjazz-Phase neu, die Mitte der 1960er mit dem A&M-Label begann und sich dann mit Taylors CTI-Label in den Siebzigern fortsetzte. Eine 4-CD-Kompilation klassischer CTI-Alben feiert gerade die „Cool Revolution“ der Aufnahmen, die als Vorläufer des Smooth- bzw Fahrstuhl-Jazz gelten. US-Kritiker Bob Karlovits jedenfalls sieht eine Neubewertung der „Golden Time“ im Anzug.

3. In Gitarre & Bass 11/2010 gibt es einen  Wes-Montgomery-Workshop. Behandelt wird seine berühmte Interpretation von „Round Midnight“ (von „The Wes Montgomery Trio“, 1959).

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Wes-Gitarre gehört jetzt Pat Metheny

Das kanadische Online-Magazin Straight.com hat eine sehr interessante Geschichte über George Benson veröffentlicht. Neben der Information, dass Benson gerade mit Ibanez einen neuen Gitarrenverstärker entwickelt, findet sich ganz am Ende ein Hinweis, den ich bislang nicht kannte: Eine von Wes Montgomerys Gibson L-5 war lange Zeit im Besitz von Benson. Und: Bei einer Auktion im vergangenen Jahr wurde sie von niemand Geringerem ersteigert als Pat Metheny!

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Gibson.com mit seltsamer Top-50-Liste

Gitarrenhersteller Gibson hat in den letzten Wochen eine Liste der „50 besten Gitarristen aller Zeiten“ veröffentlicht. Wes Montgomery landete hier auf Platz 18. Man sollte diese Position jedoch nicht überbewerten, denn nicht umsonst wird die Liste bereits in den Kommentaren heftig zerpflückt. Platz 5 für Chuck Berry? Platz 10 für Pete Townsend? George Harrison, Steve Cropper und Mike Bloomfield noch vor Wes? Charlie Christian auf Platz 36? Carlos Santana und Pat Metheny ohne Platzierung? Wer immer diese Liste erdacht hat, muss seine Hausaufgaben nicht wirklich gemacht haben. Immerhin der Unterhaltungswert der Top 50 ist nicht zu unterschätzen.

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Linktipp: The Genius of Wes Montgomery

Hin und wieder (bzw. eigentlich nur super selten) lässt Gitarren-Kritikerpapst Alexander Schmitz jemand Drittes auf seiner Webseite einen Beitrag schreiben. Diesmal durfte Oliver Dunskus ran, ein ausgewiesener Experte für Jazzgitarre im Allgemeinen und Wes Montgomery im Besonderen. Sein Thema: natürlich Wes! Es geht um die legendäre, posthum erschienene Dreier-LP-Box „The Genius of Wes Montgomery“, die drei komplette Wes-Alben erhält, nämlich „The Incredible Jazz Guitar“, „Full House“ sowie „Groove Yard“ von den Montgomery Brothers. Was Oliver über diese Box alles zu erzählen weiß, ist schon erstaunlich. Ein Muss für Wes-Heads!

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Neue Transkriptionen erschienen

Der amerikanische Gitarrist Tim Fitzgerald hat ein neues Buch mit Wes-Montgomery-Transkriptionen erarbeitet und vor einigen Monaten veröffentlicht. Das Besondere: Es handelt sich um Transkriptionen eines TV-Auftritts. Die Exaktheit der Noten und Voicings lässt sich somit direkt mit dem Video vergleichen.

Das Buch behandelt das Jazz 625 BBC-Konzert, aufgenommen am 25. März 1965 in England. Es enthält alle Stücke, die auf Video erhältlich sind: Yesterdays, Jingles, ‘Round Midnight (Nur Solo und Kadenz), Twisted Blues, Full House und West Coast Blues (letzteres derzeit nicht auf DVD, s. u.). Im Gegensatz zu der von Ronnie Scott moderierten Show, die auf der Jazz-Icons-DVD zu finden ist, spielt Wes hier mit seinem eigenen Tour-Quartett mit Harold Mabern (p), Arthur Harper (b) und Jimmy Lovelace (dr).

Tim Fitzgerald hat nicht nur sämtliche Soli sowohl als Noten als auch als Tabulatur festgehalten, er hat auch für jedes Solo eine kurze Analyse geschrieben, die interessante Einblicke in die harmonische Welt des Gitarristen gibt (Beispiel hier). Zusätzlich enthält das Buch ein Interview mit Harold Mabern sowie Bilder des Fotografen Lee Tanner. Für mich hört sich das nach einem runden Paket an. Das 80-Seiten-Buch kostet faire 19,95 Dollar, der Versand nach Europa beträgt 13,45 Dollar, wie Tim Fitzgerald mir auf Anfrage mitgeteilt hat. Bezahlt wird einfach per PayPal.

Nun zum weniger schönen Teil der News: Das BBC-Konzert ist derzeit nicht als einzelne, komplette DVD erhältlich, sondern nur verteilt auf zwei DVDs einer „Legends of Jazz“-Reihe. Vol. 1 enthält die Stücke Twisted Blues, Jingles und Yesterdays, Vol. 2 Full House und Round Midnight. Anders als auf der Homepage von Tim Fitzgerald verlinkt, muss/kann man als Europäer wegen des PAL-Formats von der britischen Webseite bestellen. Die DVDs kosten dann je £ 19,95 plus £ 5 für den Versand von zwei DVDs. (Einige Titel sind allerdings auch auf Youtube zu finden). Die reine Audio-Version von Jazz 625 ist übrigens auf der CD Live in Belgium 1965 zu finden.

Eine Transkription der Jazz-Icons-DVD ist laut Tim Fitzgerald übrigens in Planung und wäre sicher eine ebensolche Bereicherung wie das vorliegende Buch!

Update: Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, sind die BBC-625-Aufnahmen doch auf einer einzigen DVD erhältlich. Sie heißt „Wes Montgomery in Europe 1965“ (Impro-Jazz IJ 504) und ist bei Amazon lieferbar oder über Ebay neu und oft auch gebraucht zu bekommen.

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Unbekannte Liveaufnahmen von Wes Montgomery

Es gibt noch kleine Überraschungen in der Diskografie von Wes Montgomery: Zum Beispiel die Liveaufnahme aus einer TV-Show im Jahre 1965. Wes spielt mit dem Haus-Trio der Show die zwei Standards „Autumn Leaves“ und „Misty“. Das Trio besteht aus Matt Michaels (p), Danny Pliskow (b) und Art Mardigan (dr). Anhören kann man sich die beiden Stücke auf der Homepage von Dan Pliskow. (Die Seite verhält sich seltsam: Auf dem Mac ist es mir nur unter Safari gelungen, den Player anzusteuern, und zwar mit gedrückter ctrl-Taste.) Wes zeigt eine relaxte Performance und setzt bei „Misty“ den Tremolo-Effekt gekonnt ein. Ein Datum für diese Session ist nicht angegeben.

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Adrian Ingram legt Wes-Biografie neu auf

Wer etwas mehr über das Leben und Wirken von Wes Montgomery erfahren möchte, als es die üblichen Online-Biografien (vor allem die bewusst armselig gehaltene bei der deutschen Wikipedia) zu bieten haben, muss zu Adrian Ingrams englischsprachiger Biografie greifen. Sie stammt aus dem Jahr 1984 und versammelt die zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen. Da Adrian Ingram selbst ein bekannter, hochklassiger Gitarrist ist, enthält seine damalige Arbeit nicht nur eine Diskografie, sondern auch viele Erläuterungen zur Spielweise von Wes Montgomery. Nun, ein Vierteljahrhundert später, hat Adrian Ingram zum ersten Mal sein Wes-Buch überarbeitet und in einer neuen Auflage vorgelegt. Doch welche Enttäuschung!
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Wes Montgomery Biografie

Wes Montgomery Biografie

Anders als Alexander Schmitz, der die überarbeitete „Wes-Bibel“ schon vor ein paar Monaten sehr wohlwollend rezensiert hat, finde ich diese zweite Auflage nicht nur enttäuschend, sondern zutiefst ärgerlich. Und das aus zwei Gründen:
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1. Die Form
Als Ingrams Buch zum ersten Mal erschien, mussten Bücher noch auf Schreibmaschinen getippt werden, die Zettel wurden dann von mehr oder weniger talentierten Menschen auf eine Druckmaschine übertragen und zu einem Buch gemacht. Schon für das Jahr 1984 war die Wes-Biografie ein dilettantisch gesetztes, schlecht lesbares und schlecht gedrucktes Werk in einem unmöglichen Format. Heute leben wir in einer Zeit, in dem wir den Begriff Desktop Publishing schon fast wieder vergessen haben, weil der Prozess vom Schreiben zum Druck quasi auf Knopfdruck funktioniert. Wir haben selbst bei kostenlosen Open-Source-Programmen die Möglichkeit, mit ein paar Mausklicks moderne und lesbare Layouts zu erstellen. Vor diesem Hintergrund hinzugehen und das 25 Jahre alte Layout des Buches noch einmal zu verwenden, ist für mich absolut unverständlich und nicht akzeptabel. Alexander Schmitz schreibt dazu, bei Büchern des Verlags Ashley Mark handele es sich um „solide Arbeiten eher konservativer Mach- und Gestaltungsart“. Nein, das sehe ich ganz anders. Wäre es den Machern wirklich mehr auf die Inhalte denn auf die Form angekommen, wie Schmitz mutmaßt, dann hätten sie sich zumindest für eine Minute Gedanken über den Zusammenhang dieser beiden Dinge machen können. Doch selbst dies war offensichtlich zu viel verlangt. Und so ist das Buch erst recht in seiner Neuauflage ein altbacken und dilettantisch gesetztes Buch, das schlecht lesbar ist.
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2. Der Inhalt
Es gibt Dinge, die muss man nicht neu erfinden. Die sind gut, die stehen gerade und erfüllen ihren Zweck. So ungefähr muss es sich Adrian Ingram gedacht haben, denn an seinem Text über das Leben Wes Montgomerys, also an den rund 50 Kernseiten des Buches, hat er nicht ein Komma geändert. Das kann man so akzeptieren, aber man kann auch fragen: Lieber Adrian, ist in den vergangenen 25 Jahren nicht eine einzige neue Information über Wes Montgomery ans Licht gekommen, die es Wert gewesen wäre, dass man sie weitererzählt? Hätte es nicht den einen oder anderen Aspekt gegeben, bei dem man als Autor noch einmal hätte recherchieren können, müssen, sollen? Hat man als Autor nicht das Bedürfnis, einen 25 Jahre alten Text noch einmal zu verbessern oder stilistisch seinem gegenwärtigen Können anzupassen? Als Journalist kann ich eine solche Scheiß-egal-Haltung beim besten Willen nicht akzeptieren. Und da versöhnt es mich auch nicht, dass er sich bei der Diskografie diesmal wirklich Mühe gegeben hat. Dadurch ist sie zwar nicht lesbarer und übersichtlicher geworden, aber wesentlich vollständiger. Aber herrje, die gleichen Infos finde ich auch (besser organisiert) bei Jazzdisco.org.
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Mein Fazit: Wer etwas tiefer in die Biografie von Wes Montgomery einsteigen möchte, benötigt dieses Buch nach wie vor, denn es gibt keine Alternative. Aber wer die alte Ausgabe bereits besitzt, kann sich das Update sparen!

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Adrian Ingram: Wes Montgomery, Ashley Mark Publishing, $36,99/£18,50

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Carlos Santana über Wes

Unter den vielen Weltklasse-Gitarristen, die Wes zu ihren Vorbildern zählen, gehört auch Carlos Santana, selbst einer der einflussreichsten Saitenquäler. Jetzt hat er sich mal wieder in einem Interview kurz dazu geäußert:

“In my opinion, good guitarists are those who play from their heart. My favorites are always changing, but I can say that for me the best guitarists ever are Hendrix, Segovia, Wes Montgomery, Buddy Guy…”

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CD-Tipp: The Montgomeryland Sessions

The Montgomeryland Sessions

The Montgomeryland Sessions

Eine neue 2-CD-Compilation fasst Aufnahmen der Montgomery Brothers aus den späten 1950er Jahren zusammen: „The Montgomeryland Sessions“ (Gambit Records) enthält die kompletten Alben “The Montgomery Brothers & Five Others” (1957), “Montgomeryland” (1958/59) und “The Montgomery Brothers Wes, Buddy & Monk” (1958). Ebenfalls enthalten sind jene Stücke der Mastersounds-LP „Kismet“ und des Jon-Hendricks-Albums „A Good Git Together“ (1959), auf denen Wes als Solist zu hören ist. Ein interessanter Bonus ist das Stück „Love For Sale“, das die Montgomery Brothers 1955 aufnahmen. Bislang gab es dieses Stück nicht auf CD, sondern nur auf einer längst vergriffenen Vinyl-Compilation mit dem Titel “Almost Forgotten”. Insgesamt erscheinen mir die „Montgomeryland Sessions“ zwar ein etwas irreführender Titel zu sein, aber eine gelungene Auswahl, denn die Doppel-CD enthält die wichtigsten Aufnahmen, die Wes Montgomery vor seinen Riverside-Recordings gemacht hat.

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Die Europatournee 1965

Eines der am besten dokumentierten Kapitel im Leben von Wes Montgomery ist sein einziger Aufenthalt in Europa im Frühjahr 1965. Auf dieser kurzen Tour sind zahlreiche Audio- und TV-Aufnahmen erhalten, deren Datierung jedoch teilweise Schwierigkeiten bereitet. Ich habe versucht, die vorhandenen Informationen zu sortieren. Hier entlang …

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Wes im Kino

Tony MacAlpine als Wes

Tony MacAlpine als Wes

Es gibt eine Reihe guter und bekannter Jazz-Kinofilme, aber taucht eigentlich in einem dieser Filme Wes Montgomery auf? Ich wüsste es nicht. Dafür gibt es jetzt eine Wes-Montgomery-Nebenrolle in der verfilmten Biographie des Country-Gitarristen Hank Garland, die gerade in den US-Kinos anläuft und bereits auf diversen Kinofestivals Preise u. a. für den Soundtrack abgeräumt hat. Auf der Website von Crazy kann man sich einen kurzen – und für Liebhaber von Archtop-Gitarren sehr vielversprechenden – Trailer ansehen, in dem auch „Wes Montgomery“ für wenige Augenblicke eines Clubauftritts auftaucht. Gespielt wird Wes vom Flitzefinger-Gitarristen Tony MacAlpine. Co-Produzent von Crazy war Steve Vai.

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