Tag Archives | Jazz Guitar

Body And Soul

Body and Soul CD CoverBei Fenn Music ist jetzt eine lange Zeit nicht erhältliche Aufnahme wieder lieferbar: „Body And Soul“. Dabei handelt es sich um Liveaufnahmen aus Ronny Scotts Jazzclub in London, also von der Europatour 1965. Zu dem Quartett gehörten Stan Tracey (p), Rick Laird (b) und Ronnie Stevenson (dr), also Musiker aus dem Umfeld von Ronnie Scott. Scott begrüßt Wes zu Beginn als den „größten Gitarristen der Welt“, was dieser dann auch versucht unter Beweis zu stellen. Neben gängigen Standards enthält das Album auch einen einfachen „Wes Easy Blues“ (eigentlich D-Natural Blues) und das unter Gitarristen hoch geschätzte „Mi Cosa“ (hier als „Solo Ballad in A Major“ gelistet). Mehr dazu hier.

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Wes-Gitarre gehört jetzt Pat Metheny

Das kanadische Online-Magazin Straight.com hat eine sehr interessante Geschichte über George Benson veröffentlicht. Neben der Information, dass Benson gerade mit Ibanez einen neuen Gitarrenverstärker entwickelt, findet sich ganz am Ende ein Hinweis, den ich bislang nicht kannte: Eine von Wes Montgomerys Gibson L-5 war lange Zeit im Besitz von Benson. Und: Bei einer Auktion im vergangenen Jahr wurde sie von niemand Geringerem ersteigert als Pat Metheny!

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Gibson.com mit seltsamer Top-50-Liste

Gitarrenhersteller Gibson hat in den letzten Wochen eine Liste der „50 besten Gitarristen aller Zeiten“ veröffentlicht. Wes Montgomery landete hier auf Platz 18. Man sollte diese Position jedoch nicht überbewerten, denn nicht umsonst wird die Liste bereits in den Kommentaren heftig zerpflückt. Platz 5 für Chuck Berry? Platz 10 für Pete Townsend? George Harrison, Steve Cropper und Mike Bloomfield noch vor Wes? Charlie Christian auf Platz 36? Carlos Santana und Pat Metheny ohne Platzierung? Wer immer diese Liste erdacht hat, muss seine Hausaufgaben nicht wirklich gemacht haben. Immerhin der Unterhaltungswert der Top 50 ist nicht zu unterschätzen.

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Wes und seine Gitarren

Gibson-Spezialanfertigung für Wes Montgomery

Gibson-Spezialanfertigung für Wes Montgomery

Das Genie des Gitarristen Wes Montgomery lag in seinen Händen und seinen musikalischen Ideen. Doch natürlich spielte auch die „Hardware“, die er benutzte, eine wichtige Rolle beim Entstehen des typischen Wes-Montgomery-Sounds. Bekannt ist, dass Wes meistens eine Gibson L5 spielte, eine der bis heute besten und hochwertigsten Jazzgitarren überhaupt. Doch damit hört das Wissen über Wes Equipment bei mir auch schon beinahe auf. Wie gut, dass ich den (bereits im vorherigen Post erwähnten) Wes-Experten Oliver Dunskus dazu überreden konnte, für mich und natürlich alle Leser dieses Blogs ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Oliver hat sich dankenswerterweise die Mühe gemacht, sein Wissen in einen ausführlichen Text zu gießen: Wes Montgomerys Gitarren. Ich habe eine Menge Neues gelernt und freue mich gleichzeitig über den ersten Gastbeitrag auf dieser Seite!

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Zum Gastbeitrag „Wes Montgomerys Gitarren“

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Vor 50 Jahren: The Incredible Jazz Guitar

Vor einem halben Jahrhundert war Wes Montgomery in New York, um sein zweites Album für das Plattenlabel Riverside aufzunehmen. Am 26. und 28. Januar 1960 nahm er mit Tommy Flanagan (p), Percy Heath (b) und Al Heath (dr) das wegweisende Album „The Incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery“ auf. Parallel arbeite er mit Nat Adderley an dessen Album „Work Song“. Mit „Incredible Jazz Guitar“ gelang Wes Wontgomery der Durchbruch zum US-weit anerkannten Gitarristen. Mehr über das Album „The Incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery“ hier.

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Neue Transkriptionen erschienen

Der amerikanische Gitarrist Tim Fitzgerald hat ein neues Buch mit Wes-Montgomery-Transkriptionen erarbeitet und vor einigen Monaten veröffentlicht. Das Besondere: Es handelt sich um Transkriptionen eines TV-Auftritts. Die Exaktheit der Noten und Voicings lässt sich somit direkt mit dem Video vergleichen.

Das Buch behandelt das Jazz 625 BBC-Konzert, aufgenommen am 25. März 1965 in England. Es enthält alle Stücke, die auf Video erhältlich sind: Yesterdays, Jingles, ‘Round Midnight (Nur Solo und Kadenz), Twisted Blues, Full House und West Coast Blues (letzteres derzeit nicht auf DVD, s. u.). Im Gegensatz zu der von Ronnie Scott moderierten Show, die auf der Jazz-Icons-DVD zu finden ist, spielt Wes hier mit seinem eigenen Tour-Quartett mit Harold Mabern (p), Arthur Harper (b) und Jimmy Lovelace (dr).

Tim Fitzgerald hat nicht nur sämtliche Soli sowohl als Noten als auch als Tabulatur festgehalten, er hat auch für jedes Solo eine kurze Analyse geschrieben, die interessante Einblicke in die harmonische Welt des Gitarristen gibt (Beispiel hier). Zusätzlich enthält das Buch ein Interview mit Harold Mabern sowie Bilder des Fotografen Lee Tanner. Für mich hört sich das nach einem runden Paket an. Das 80-Seiten-Buch kostet faire 19,95 Dollar, der Versand nach Europa beträgt 13,45 Dollar, wie Tim Fitzgerald mir auf Anfrage mitgeteilt hat. Bezahlt wird einfach per PayPal.

Nun zum weniger schönen Teil der News: Das BBC-Konzert ist derzeit nicht als einzelne, komplette DVD erhältlich, sondern nur verteilt auf zwei DVDs einer „Legends of Jazz“-Reihe. Vol. 1 enthält die Stücke Twisted Blues, Jingles und Yesterdays, Vol. 2 Full House und Round Midnight. Anders als auf der Homepage von Tim Fitzgerald verlinkt, muss/kann man als Europäer wegen des PAL-Formats von der britischen Webseite bestellen. Die DVDs kosten dann je £ 19,95 plus £ 5 für den Versand von zwei DVDs. (Einige Titel sind allerdings auch auf Youtube zu finden). Die reine Audio-Version von Jazz 625 ist übrigens auf der CD Live in Belgium 1965 zu finden.

Eine Transkription der Jazz-Icons-DVD ist laut Tim Fitzgerald übrigens in Planung und wäre sicher eine ebensolche Bereicherung wie das vorliegende Buch!

Update: Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, sind die BBC-625-Aufnahmen doch auf einer einzigen DVD erhältlich. Sie heißt „Wes Montgomery in Europe 1965“ (Impro-Jazz IJ 504) und ist bei Amazon lieferbar oder über Ebay neu und oft auch gebraucht zu bekommen.

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Unbekannte Liveaufnahmen von Wes Montgomery

Es gibt noch kleine Überraschungen in der Diskografie von Wes Montgomery: Zum Beispiel die Liveaufnahme aus einer TV-Show im Jahre 1965. Wes spielt mit dem Haus-Trio der Show die zwei Standards „Autumn Leaves“ und „Misty“. Das Trio besteht aus Matt Michaels (p), Danny Pliskow (b) und Art Mardigan (dr). Anhören kann man sich die beiden Stücke auf der Homepage von Dan Pliskow. (Die Seite verhält sich seltsam: Auf dem Mac ist es mir nur unter Safari gelungen, den Player anzusteuern, und zwar mit gedrückter ctrl-Taste.) Wes zeigt eine relaxte Performance und setzt bei „Misty“ den Tremolo-Effekt gekonnt ein. Ein Datum für diese Session ist nicht angegeben.

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Wes Montgomery – Impressions (Video 1965)

Weil morgen Nikolaus ist, hier ein Video aus dem Jahr 1965, aufgenommen für das belgische Fernsehen auf der einzigen Wes-Tour außerhalb Nordamerikas. John Coltranes Impressions ist eines der Vorzeigestücke im Repertoire des Gitarristen und zeigt, dass Wes musikalisch auf der Höhe der Zeit war. Erst ab 1959/60 haben Miles und Coltrane (Impressions beruht auf den Changes von Miles‘ So What) die modale Improvisation in den Jazz eingeführt. Hier liegt das Stück in einer TV-kompatiben Kurzform vor:
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Trotz der zeitlichen Beschränkung im Rahmen des TV-Auftritts lässt Wes Montgomery an mehreren Stellen sein Können kurz aufblitzen. Begleitet wird Wes von seinem Tour-Quartett, bestehend aus Harold Mabern (p), Arthur Harper (b) und Jimmy Lovelace (dr). Außerdem kann ich nicht oft genug betonen, wie lohnenswert die Jazz-Icons-DVD Live in ’65 ist.

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Pat Metheny über Wes Montgomery

The Pat Metheny Interviews“ ist ein neues Buch von Richard Niles. Es handelt sich um die Abschrift eines TV-Features, das Niles 2007 für die BBC produziert hat (Pat Metheny – Bright Size Life). Dabei hat er Metheny, den er aus einer gemeinsame Zeit am Berklee College kennt, mehrmals interviewt. In dem Buch gibt es zwei längere Passagen, in denen Pat über den Einfluss spricht, den Wes Montgomery auf sein Spiel hatte. Ich habe die Passagen auszugsweise übersetzt. Da dies nicht mein Beruf ist, bitte ich einige holprige Formulierungen zu entschuldigen:
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Vor 40 Jahren: Attila Zollers Tributesong Wild Wild Wes

Dass die Musik Wes Montgomerys kaum einen Gitarristen unberührt lässt, muss vielleicht nicht extra erwähnt werden. Und so gibt es mittlerweile zahlreiche große oder kleine musikalische Verbeugungen vor dem Meister. Diese hier finde ich persönlich besonders gelungen, und weil sie vor genau 40 Jahren – im Spätsommer 1969 – aufgenommen wurde, ist sie eine Referenz wert! Das Stück „Wild Wild Wes“ eröffnet Attila Zollers Album „Gypsy Cry“, ein Kleinod der Jazzgitarre, das in seiner stilistischen Vielsprachigkeit die Übergangsphase seiner Zeit ganz hervorragend repräsentiert. Es handelt sich um Aufnahmen zwischen Tradition und Aufbruch. Zusammengehalten wird das Album dabei vor allem von den Fähigkeiten des Leaders. Am Piano hört man übrigens keinen Geringeren als Herbie Hancock.

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Gypsy Cry

Gypsy Cry

Das Sück anhören:

Attila Zoller – Wild Wild Wes

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Den ganzen Spaß gibt es auch auf CD oder als kostengünsten MP3-Download. Zum Album gehört übrigens auch der Ohrwurm „The Birds And The Bees“, der vor einigen Jahren durch die Duo-Interpretation von Pat Metheny & Jim Hall wieder aus der Versenkung geholt wurde.

Noch ein Hinweis für Fans von Attila Zoller: Über das Birdland Neuburg kann man eine von Heinz Protzer geschriebene neue Biografie/Diskografie von Zoller bestellen.

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