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R.I.P. Orrin Keepnews & Clark Terry

Zwei wichtige Begleiter Wes Montgomerys sind in der vergangenen Woche gestorben. Der Trompeter Clark Terry ist nach langer Krankheit am 21. Februar 2015 gestorben. Produzent Orrin Keepnews starb am 1. März.

Clark Terry und Wes spielten in Europa zusammen, im Jahr 1965, als Wes das einzige Mal außerhalb der USA und Kanadas unterwegs war. Überliefert ist ein Radio-Konzert in den Niederlanden (Mit Clark Terry (tr), Pim Jacobs (p), Ruud Jacobs (b) und Han Bennink (dr)
Veröffentlicht als CD/LP “Straight, No Chaser”).

Orrin Keepnews war eine der wichtigsten Personen in Wes‘ Karriere. 1959, wenige Tage, nach Cannonball Adderley ihm von diesem Gitaristen in Indianapolis erzählt hatte, reiste Keepnews von New York gen Westen, um Wes im Missile Club zu hören. „Als die Sonne aufging über Indianapolis, hatte Wes den Vertrag mit mir unterzeichnet“, erzählte Keepnews später. Kurz darauf nahm Wes für Keepnews‘ Riverside Label seine erste Platte auf. Mit der zweiten, The Incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery, nahm Wes dann seinen Platz an der Spitze der damaligen Jazzgitarrenszene ein.

Neben Wes hatte Riverside Musiker wie Thelonius Monk, Bill Evans und Cannonball Adderley unter Vertrag. Zwischen 1953 und 1964 produzierte Keepnews zahlreiche Alben, die heute zum klassischen Jazz-Kanon gehören und einzigartige Zeugnisse dieser Periode darstellen. Wirtschaftlichen Erfolg konnte er damit nicht verbuchen, 1964 ging Riverside pleite. Was bleibt, sind unvergessene Werke großer Musiker, die ohne Keepnews vielleicht nie Erfolg gehabt hätten – so wie Wes.

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Neu abgemischt: So Much Guitar

So Much Guitar (1961)

So Much Guitar (1961)

Vor fast genau 52 Jahren, am 4. August 1961, nahm Wes Montgomery seine vierte LP als Leader für das Label Riverside auf: „So Much Guitar! (OJC Remasters)„. Jetzt ist eine neue Version, „digital remastered“, des Albums erschienen. Es enthält nicht nur die Aufnahmen von So Much Guitar, sondern auch noch diejenigen von „The Montgomery Brothers Live in Canada„.

„So Much Guitar“ gehört zu den eher wenig beachteten Alben von Wes. Dabei sollte es wohl ein ähnlich großer Wurf werden wie „The Incredible Jazz Guitar„, mit dem Wes im Jahr zuvor seinen endgültigen Durchbruch erzielt hatte. Mit dem Pianisten Hank Jones, dem jungen Ron Carter, Drummer Lex Humphries und Percussionist Ray Barretto hatte Produzent Orrin Keepnews wieder eine attraktive Band aus angesagten New Yorker Musikern zusammengestellt. Und obwohl alle gemeinsam ein durchweg hörbares Ergebnis abliefern, kommt „So Much Guitar“ nicht an sein Vorbild heran.

So Much Guitar, Rückseite

So Much Guitar, Rückseite

Schon im Auftaktstück, Wes eigenem „Twisted Blues“, wirkt der Gitarrist ein wenig fahrig. Seine Improvisation ähnelt eher einer Anhäufung von Licks. Kein Vergleich zu späteren Liveaufnahmen, denn „Twisted Blues“ gehörte später zum Standardrepertoire seiner Konzerte. Insgesamt bietet die Studioversion auch wenig Dynamik, obwohl der Groove mit den zusätzlichen Congas eigentlich ganz gut läuft. (Wobei man anmerken muss, dass Twisted Blues auch auf einem sehr vertrackten Akkordschema basiert, das nicht gerade zu eleganten Improvisationen einlädt und erst einmal gemeistert werden will.)

Und ganz ähnlich geht es eigentlich die gesamte Platte hindurch. Zu den Höhepunkten gehört für mich die Version von „Repetition“, wo Wes das Thema mit seinem von Oktaven und Singlenotepassagen gut umsetzt. Spannend für Gitarristen: Mit „While We’re Young“ enthält das Album eines der wenigen reinen Solo-Stücke, die Wes aufgenommen hat.

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R.I.P. Arnold Eidus

Als Sohn russischer Einwanderer am 28.11.1922 in New York City geboren, konnte sich Arnold Eidus schon früh als ein Wunderkind an der Geige etablieren. Bereits mit 16 gab er ein Konzert in der Carnegy Hall. Mit 24 gewann er in Paris als erster Amerikaner die Jacques Thibaud International Violin Competition. Später wurde er Konzertmeister des ABC Symphonieorchesters. Bevor er 1967 bei einer Werbeagentur anheuerte, um Werbe-Jingles zu produzieren, war er auf zahlreichen Jazz-Alben zu hören, die mit Orchestern erweitert wurden. Bereits auf der Riverside-LP „Fusion“, der ersten Streicherplatte von Wes Montgomery, ist Eidus dabei. Auch nach dem Wechsel der Plattenfirma bleibt der Violinist dem Jazzgitarristen treu. Auf den Verve-Platten „Bumpin'“ (1965, mit Dirigent und Arrangeur Don Sebesky) und „Tequila“ (1966, mit Dirigent und Arrangeur Claus Ogerman) ist Arnold Eidus ebenfalls zu hören. Der Musiker starb am 3. Juni im Alter von 90 Jahren.

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Vor 50 Jahren: The Incredible Jazz Guitar

Vor einem halben Jahrhundert war Wes Montgomery in New York, um sein zweites Album für das Plattenlabel Riverside aufzunehmen. Am 26. und 28. Januar 1960 nahm er mit Tommy Flanagan (p), Percy Heath (b) und Al Heath (dr) das wegweisende Album „The Incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery“ auf. Parallel arbeite er mit Nat Adderley an dessen Album „Work Song“. Mit „Incredible Jazz Guitar“ gelang Wes Wontgomery der Durchbruch zum US-weit anerkannten Gitarristen. Mehr über das Album „The Incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery“ hier.

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Vor 50 Jahren: Wes geht nach New York

Wes Montgomery Trio

Wes Montgomery Trio

Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass Wes Montgomery den vielleicht wichtigsten Schritt seiner Karriere gegangen ist. Wenige Wochen, nachdem der Produzent Orrin Keepnews nach Indianapolis gereist war, um sich auf Empfehlung von Cannonball Adderley diesen bislang noch unbekannten Gitarristen anzuhören, reist Wes Montgomery nach New York – ausgerüstet mit einem frisch unterzeichneten Plattenvertrag. Am 5. und 6. Oktober steht er erstmals für das Label Riverside im Studio. Gemeinsam mit Organist Melvin Rhyne und Drummer Paul Parker – beide sind Musiker aus Indianapolis – nimmt Wes das Album „The Wes Montgomery Trio“ auf. Es legt die Grundlage für seinen musikalischen Erfolg in den kommenden Jahren, auch wenn er erst mit dem nachfolgenden Album „The Incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery“ seinen eigentlichen Durchbruch erzielt.

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Mehr zu dem Album „The Wes Montgomery Trio“ habe ich an dieser Stelle geschrieben.

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