Tag Archives | Wes Montgomery

One Night in Indy – die Rezension

Mit „One Night in Indy“ legt Resonance Records eine weitere bislang verschollene Aufnahme aus den frühen Jahren Wes Montgomery vor. Was ist darauf zu hören? Wes-Biograph Oliver Dunskus hat die Antwort. Seine Rezension ordnet das Konzert auch in das Wes-Gesamtwerk ein.

wesliveWes Montgomery feat. The Eddie Higgins Trio – One Night in Indy

  1. Give Me The Simple Life 9:14
  2. Prelude to a Kiss 5:52
  3. Stompin’ at the Savoy 7:12
  4. Li’l Darling 8:09
  5. Ruby My Dear 8:35
  6. You’d Be So Nice to Come Home to 2:51

von Oliver Dunskus

Anfang 2014 verschied der Publizist und Fotograf Duncan Schiedt, der mit der Jazz-Szene von Indianapolis eng verbandelt war, und dem wir eine Reihe von Fotos aus der Zeit verdanken, als Wes Montgomery noch – eher unbekannt – in Indianapolis lebte. Kurz vor seinem Tod steuerte Schiedt einige dieser Bilder für das Album Echoes of Indiana Avenue (Resonance HCD-2011) bei. Bei dieser Gelegenheit drückte er dem Label Chef Zev Feldman ein Tonband in die Hand. Continue Reading →

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Resonance kündigt weitere unbekannte Aufnahmen an

Heute, am 91. Geburtstag von Wes Montgomery, kündigt Resonance Records an, man werde Ende des Jahres weitere unbekannte Aufnahmen von Wes veröffentlichen. Bei Facebook schreiben sie:

Today would’ve been Wes Montgomery’s 91st birthday.
We have some very exciting, newly discovered, Wes recordings slated for release, later this year, so stay tuned.

Resonance Records hatten vor zwei Jahren „Echoes of Indiana Avenue“ veröffentlich, eine Sammlung bis dahin nicht zugänglicher Aufnahmen aus den frühen Indianapolis-Jahren von Wes.

 

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Creed Taylor über die Arbeit mit Wes

In der Süddeutschen Zeitung muss heute ein Interview mit Produzent Creed Taylor (Impulse, Verve, A&M, CTI) sein – mal wieder nicht online. Dafür hat Autor Jonathan Fischer den Text dankbarerweise in seinem Blog publiziert. In einem Absatz beschreibt Taylor die Zusammenarbeit mit Wes Montgomery:

Taylor: Ich hatte einmal den Jazz-Gitarristen Wes Montgomery zusammen mit Arrangeur Don Sebesky und den Streichern des New York Philharmonic Orchestra im Studio. Wir wollten alles on the spot aufnehmen. Und Wes saß mit diesem fragenden Blick im Gesicht vor seinem Notenblatt. Schließlich sagte er: „Ich habe keine Ahnung, was ihr da veranstaltet.“ Er konnte keine Noten lesen. Also nahm ich alle Stimmen mit Klavier auf, und er konnte sich die Kassette, während er auf Tour war, anhören. Die nächste Session lief dann wie am Schnürchen.

Das ist eine Variante der Geschichte, die ich noch nicht kannte. Bislang hatte ich nur gelesen, dass zunächst die Kern-Combo die Stücke aufgenommen hat und dann später die Orchester-Arrangements darauf zugeschnitten wurden. Nun ja, das eine schließt das andere nicht aus.

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Wes-Porträt hängt jetzt beim Gouverneur

Wes Montgomery by Joel Washington

Wes Montgomery by Joel Washington

Als Wes Montgomery in Indianapolis lebte, war das Land noch geprägt von Rassentrennung und Rassismus. Schwarze Jazzmusiker hatten lediglich kleine Refugien an der Indiana Avenue, um regelmäßig vor Publikum zu spielen. In den weißen Clubs der Stadt hatten sie nur hin und wieder Auftritte. Wie gut, dass sich die Zeiten geändert haben. Seit ein paar Tagen nun hängt ein Porträt von Wes Montgomery im Haus des Gouverneurs von Indiana, Mitch Daniel. Der Politiker hatte 2006 mit der Tradition gebrochen, an der Südwand seines Büro nur Porträts von Vorgängern in dem Amt aufzuhängen. Seither sind hier Bilder berühmter Persönlichkeiten des Bundesstaates zu sehen, zum Beispiel Cole Porter. Das Wes-Porträt, das jetzt die Wand ziert, wurde 1990 von Joel Washington gemalt und ist eine Leihgabe des Kunstmuseums der Indiana University. Was hätte Wes wohl dazu gesagt?

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Wes und seine Gitarren

Gibson-Spezialanfertigung für Wes Montgomery

Gibson-Spezialanfertigung für Wes Montgomery

Das Genie des Gitarristen Wes Montgomery lag in seinen Händen und seinen musikalischen Ideen. Doch natürlich spielte auch die „Hardware“, die er benutzte, eine wichtige Rolle beim Entstehen des typischen Wes-Montgomery-Sounds. Bekannt ist, dass Wes meistens eine Gibson L5 spielte, eine der bis heute besten und hochwertigsten Jazzgitarren überhaupt. Doch damit hört das Wissen über Wes Equipment bei mir auch schon beinahe auf. Wie gut, dass ich den (bereits im vorherigen Post erwähnten) Wes-Experten Oliver Dunskus dazu überreden konnte, für mich und natürlich alle Leser dieses Blogs ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Oliver hat sich dankenswerterweise die Mühe gemacht, sein Wissen in einen ausführlichen Text zu gießen: Wes Montgomerys Gitarren. Ich habe eine Menge Neues gelernt und freue mich gleichzeitig über den ersten Gastbeitrag auf dieser Seite!

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Zum Gastbeitrag „Wes Montgomerys Gitarren“

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Neue Transkriptionen erschienen

Der amerikanische Gitarrist Tim Fitzgerald hat ein neues Buch mit Wes-Montgomery-Transkriptionen erarbeitet und vor einigen Monaten veröffentlicht. Das Besondere: Es handelt sich um Transkriptionen eines TV-Auftritts. Die Exaktheit der Noten und Voicings lässt sich somit direkt mit dem Video vergleichen.

Das Buch behandelt das Jazz 625 BBC-Konzert, aufgenommen am 25. März 1965 in England. Es enthält alle Stücke, die auf Video erhältlich sind: Yesterdays, Jingles, ‘Round Midnight (Nur Solo und Kadenz), Twisted Blues, Full House und West Coast Blues (letzteres derzeit nicht auf DVD, s. u.). Im Gegensatz zu der von Ronnie Scott moderierten Show, die auf der Jazz-Icons-DVD zu finden ist, spielt Wes hier mit seinem eigenen Tour-Quartett mit Harold Mabern (p), Arthur Harper (b) und Jimmy Lovelace (dr).

Tim Fitzgerald hat nicht nur sämtliche Soli sowohl als Noten als auch als Tabulatur festgehalten, er hat auch für jedes Solo eine kurze Analyse geschrieben, die interessante Einblicke in die harmonische Welt des Gitarristen gibt (Beispiel hier). Zusätzlich enthält das Buch ein Interview mit Harold Mabern sowie Bilder des Fotografen Lee Tanner. Für mich hört sich das nach einem runden Paket an. Das 80-Seiten-Buch kostet faire 19,95 Dollar, der Versand nach Europa beträgt 13,45 Dollar, wie Tim Fitzgerald mir auf Anfrage mitgeteilt hat. Bezahlt wird einfach per PayPal.

Nun zum weniger schönen Teil der News: Das BBC-Konzert ist derzeit nicht als einzelne, komplette DVD erhältlich, sondern nur verteilt auf zwei DVDs einer „Legends of Jazz“-Reihe. Vol. 1 enthält die Stücke Twisted Blues, Jingles und Yesterdays, Vol. 2 Full House und Round Midnight. Anders als auf der Homepage von Tim Fitzgerald verlinkt, muss/kann man als Europäer wegen des PAL-Formats von der britischen Webseite bestellen. Die DVDs kosten dann je £ 19,95 plus £ 5 für den Versand von zwei DVDs. (Einige Titel sind allerdings auch auf Youtube zu finden). Die reine Audio-Version von Jazz 625 ist übrigens auf der CD Live in Belgium 1965 zu finden.

Eine Transkription der Jazz-Icons-DVD ist laut Tim Fitzgerald übrigens in Planung und wäre sicher eine ebensolche Bereicherung wie das vorliegende Buch!

Update: Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, sind die BBC-625-Aufnahmen doch auf einer einzigen DVD erhältlich. Sie heißt „Wes Montgomery in Europe 1965“ (Impro-Jazz IJ 504) und ist bei Amazon lieferbar oder über Ebay neu und oft auch gebraucht zu bekommen.

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Unbekannte Liveaufnahmen von Wes Montgomery

Es gibt noch kleine Überraschungen in der Diskografie von Wes Montgomery: Zum Beispiel die Liveaufnahme aus einer TV-Show im Jahre 1965. Wes spielt mit dem Haus-Trio der Show die zwei Standards „Autumn Leaves“ und „Misty“. Das Trio besteht aus Matt Michaels (p), Danny Pliskow (b) und Art Mardigan (dr). Anhören kann man sich die beiden Stücke auf der Homepage von Dan Pliskow. (Die Seite verhält sich seltsam: Auf dem Mac ist es mir nur unter Safari gelungen, den Player anzusteuern, und zwar mit gedrückter ctrl-Taste.) Wes zeigt eine relaxte Performance und setzt bei „Misty“ den Tremolo-Effekt gekonnt ein. Ein Datum für diese Session ist nicht angegeben.

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Pat Metheny über Wes Montgomery

The Pat Metheny Interviews“ ist ein neues Buch von Richard Niles. Es handelt sich um die Abschrift eines TV-Features, das Niles 2007 für die BBC produziert hat (Pat Metheny – Bright Size Life). Dabei hat er Metheny, den er aus einer gemeinsame Zeit am Berklee College kennt, mehrmals interviewt. In dem Buch gibt es zwei längere Passagen, in denen Pat über den Einfluss spricht, den Wes Montgomery auf sein Spiel hatte. Ich habe die Passagen auszugsweise übersetzt. Da dies nicht mein Beruf ist, bitte ich einige holprige Formulierungen zu entschuldigen:
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