Movin‘ Along

Wes Montgomery -- Movin' Along (1960)

Wes Montgomery -- Movin

Wes Montgomery — Movin‘ Along (1960)

Aufgenommen am 12. Oktober 1960 in Los Angeles

Wes Montgomery (g, b)
James Clay (fl, ts)
Victor Feldman (p)
Sam Jones (b)
Louis Hayes (dr)

Tracks:
1. Movin‘ Along (Wes Montgomery)
2. Tune-up (Miles Davis)
3. I Don’t Stand a Ghost of a Chance with You (Crosby-Washington-Young)
4. Sandu (Clifford Brown)
5. Body and Soul (Heyman-Sour-Eyton-Green)
6. So Do It (Wes Montgomery)
7. Says You (Sam Jones)
Auf der CD-Version befinden sich zusätzlich je eine Aufnahme von Tune-up sowie Body and Soul. Weitere Alternative Takes dieser Session wurden auf den „Complete Riverside Recordings“ sowie dem Album „The Alternative Wes Montgomery“ veröffentlicht.


Der Schnellschuss

Das dritte Album für Riverside Records ist wohl eher ein Resultat des Zufalls. Im Herbst 1960 ist Wes in San Francisco, um hier die „Montgomery Brothers“ zu reanimieren. Gleichzeitig ist Orrin Keepnews in Los Angeles. Kurzentschlossen arrangiert der Produzent eine Aufnahmession mit Wes und der Rhythmusgruppe von Cannonball Adderley, die ebenfalls vor Ort ist und ein paar Tage frei hat. Hinzu kommt der Tenorsaxophonist und Flötist James Clay. In nur einer Nacht spielt das Quintett sieben Stücke ein. Eine Reihe von später veröffentlichten Alternative-Takes zeigt die enorme Produktivität dieses Tages.

Interessant ist das Album in zweierlei Hnsicht: Zum einen gibt Flötist James Clay (er spielt nur auf einem Stück Saxophon) der Gruppe einen Sound, der sich im Werk von Wes Montgomery nicht noch einmal findet. Zum anderen spielt Wes auf vier Stücken nicht Gitarre, sondern eine „BassGuitar“, eine um eine Oktave tiefer gestimmte Gitarre, die er sich von Nat King Cole’s Gitarrist Irving Ashby ausgeliehen hatte. Wer sich also über den knödeligen Sound der Gitarre wundert …  Ob die Idee wirklich so prickelnd war, mag ich nicht beurteilen. Besonders auf dem Miles-Stück Tune-up macht der (in den hohen Lagen gespielte) E-Bass als Melodieinstrument richtig Druck. Tatsache ist aber auch, dass Wes bei den restlichen Stücken eigentlich einen schönen Gitarrensound aufs Band bekommen hat, was ihn bei einigen Improvisationen scheinbar sehr beflügelt hat.