Jimmy & Wes — The Dynamic Duo

Jimmy & Wes -- The Dynamic Duo

Jimmy & Wes -- The Dynamic Duo

Jimmy Smith & Wes Montgomery
Jimmy & Wes — The Dynamic Duo (1966)


Verve Records
Aufgenommen im Rudy van Gelder Studio, Englewood Cliffs, New Jersey.
Aufnahmedaten: 21. September (Track 4), 23. September (Tracks 1 und 1) und 28. September 1966 (Tracks 3, 5 und 6)

Tracks:
1. Down by the Riverside (trad.)
2. Happy-Go-Lucky Local (aka Night Train) (Duke Ellington)
3. James and Wes (Jimmy Smith)
4. 13 (Death March) (Gary McFarland)
5. Baby, It’s Cold Outside (Frank Loesser)
6. O.G.D. (aka Road Song) (Wes Montgomery) (Auf der ursprünglichen LP nicht erhalten. Diese Version ist ein Alternative Take des Stückes, das auf dem Nachfolgealbum „Further Adventures of Jimmy & Wes“ zu finden ist.)

Jimmy Smith (organ)
Wes Montgomery (g)
Ray Barretto (perc)
Grady Tate (dr)
Oliver Nelson (arr., cond)

Eine Begegnung mit Licht und Schatten


Zunächst einmal: Dies ist ganz sicher das schlimmste und ekelhafteste Pattencover der Jazz-Geschichte! Wer ist bloß auf diese Idee gekommen? Aber irgendwie passt es auch zum Gesamteindruck dieser Platte, die ihre Höhen und Tiefen hat. Und zu den Tiefen gehört nicht nur das Cover. Zu den Tiefen gehört schon der Start von Seite A: Tausende doofer Dixie-Bands haben den Song Down by the Riverside zu Tode geritten, und wenn das Thema dann auch noch so Max-Greger-mäßig daher kommt, dann möchte man eigentlich gleich aufhören mit dem Zuhören. Doch halt, das wäre ein grober Schnitzer, denn wenn die Big Band endlich Ruhe gibt, merkt man dann doch, dass hier mit Jimmy Smith und Wes Montgomery zwei ganz Große aufeinandertreffen.

Jimmy Smith hat die fette Hammond B3 wie kaum ein anderer zu spielen gewusst. Er hat das typische Orgel-Trio — Hammond, Gitarre, Schlagzeug — ist allen Variationen und mit den besten Gitarristen seiner Zeit durchdekliniert. Wes Montgomery wiederum hat schon Ende der 1950er Jahre regelmäßig mit dieser Formation gespielt und auch mehrere Alben im Hammond-Trio aufgenommen. Insofern war es nur konsequent von Verve-Produzent Creed Taylor, die beiden aufeinander loszulassen. Aber hätte er doch ein Herz gehabt und Arrangeur Oliver Nelson mit seiner Big Band aus dem Spiel gelassen. Dies wäre bestimmt ein absoluter Klassiker geworden.

So ist es ein Klassiker geworden, der an viel zu vielen Stellen ins Seichte und Populäre getragen wird. Einzig bei 13 (Death March) ergibt die Kombination einen musikalischen Sinn. Bei allen anderen Stücken wirken die Bläser wie Fremdkörper. Höhepunkte der Platte sind denn auch die Stücke, die ohne Big Band auskommen, nämlich die Stücke James and Wes sowie O.G.D., das eigentlich auf dem Nachfolge-Album erschienen ist, und wovon man hier einen Alternative Take auf die CD gepackt hat, der da eigentlich gar nicht hingehört. Aber als letztes Stück der CD gibt es dem Album noch einmal jenen Glanz, den man eigentlich von der ganze Platte hätte erwarten müssen.

Jimmy & Wes -- Cover 2

Jimmy & Wes -- Cover 2

Jimmy & Wes -- CD innen 1

Jimmy & Wes -- CD innen 1

Jimmy & Wes -- CD innen 2

Jimmy & Wes -- CD innen 2

Jimmy & Wes -- CD innen 3

Jimmy & Wes -- CD innen 3

Jimmy & Wes -- CD back

Jimmy & Wes -- CD back