Neu auf CD: Montgomeryland Sessions plus Horns & Strings

Wenn Künstler sterben, wollen viele noch einmal richtig Kasse machen. Das war schon in den 1960er Jahren so. Kaum war Wes Montgomery 1968 tot, holte Produzent Dick Bock einige der frühen Pacific-Aufnahmen der Montgomery Brothers aus dem Archiv, verpasste ihnen ein paar Overdubs und brachte die Sessions aus den Jahren 1958 und 1959 als neue LP heraus. Damaliger Titel: „A Portrait of Wes Montgomery“ (nicht zu verwechseln mit dem 1963er Riverside-Album „Portrait of Wes“). Genau diese überarbeiteten Stücke sind nun (erstmals?) auf CD erhältlich. Fresh Sound / Fenn Music hat das Material aus der Versenkung geholt und gemeinsam mit den Originalen unter dem Titel The Montgomeryland Sessions Plus Horns & Strings veröffentlicht.

Indem Bock die frühen Aufnahmen mit dem Tenor-Saxofonisten Harold Land und dem Alt-Saxofonisten Pony Poindexter mit Big Band und Orchester versüßt, folgt er der Entwicklung, die Wes in seinen späten Jahren genommen hatte, als er sich von Creed Taylor in einen Popjazz-Künstler verwandeln ließ. Für die Overdubs beauftragte er den renommierten Trompeter und Arrangeur Gerald Wilson mit den zusätzlichen Arrangements. Und Dank der Klasse von Wilson sind die Overdubs zumindest keine musikalischen Verbrechen – was immer man von dieser Art der nachträglichen Bearbeitung halten mag.

Insgesamt sechs Stücke sind von Wilson überarbeitet worden. Aus der Session der Montgomery Brothers mit Harold Land sind das Far Wes (+Horns), Leila (+Horns), Old Folks (+Strings) und Montgomeryland Funk (+Horns). Aus der Session mit Pony Poindexter sind es die Titel Summertime und Falling In Love With Love (beide +Strings). Die zugrundeliegenden Originalalben sind übrigens Montgomeryland (Pacific Jazz PJ 5) und Wes, Buddy And Monk Montgomery (Pacific Jazz PJ 17)

Bezugsquellen: Fenn Music, JPC, Amazon

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