Seltenes TV-Interview mit Wes Montgomery

Ein großartiger Fund von Wolf Martini: Wes im TV-Interview und am Ende live im Studio mit den Montgomery Brothers! „People in Jazz“ von 1968, Interviewer ist Jim Rockwell.

Update: Nachdem das Video gelöscht worden war, kann man es derzeit wieder sehen. Ich würde sagen: Wer das interessant findet, archiviert es besser schnell.

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R.I.P. Stan Tracey

Der britische Pianist und Komponist Stan Tracey ist am 6. Januar 2014 im Alter von 86 Jahren gestorben. In den 1960er Jahren gehörte Tracey zur Band in Ronny Scott’s Jazzclub in London. Hier begleitete er zahlreiche amerikanische Jazzmusiker wie Stan Getz, Sonny Rollins und Wes Montgomery. Auf seiner Europa-Tour gastierte Wes mehrfach im Ronny Scott’s, mehrere Aufnahmen sind erhalten geblieben. Aufnahmen von Tracey und Wes finden sich auf der LP „Body and Soul“ sowie der DVD „Live in ’65“.

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Pat Metheny folgt Wes Montgomery

Downbeat-Cover

Downbeat-Cover

Ende 2013 ist Pat Metheny in die wirklich exklusive Downbeat Hall of Fame gewählt worden. Nur drei Jazzgitarristen vor ihm ist diese Ehre zu Teil geworden: Charlie Christian, Django Reinhardt und Wes Montgomery. Wes wurde 1968, im Jahr seine Todes, von den Lesern des Magazins in diesen überschaubaren Kreis hineingewählt. Charlie Christian (1966) und Django Reinhardt (1971) wurden dagegen von Kritikern ausgewählt. Im Jahr 2013 wurde Pat Metheney nun ebenfalls mit den Stimmen der Leser gewählt, ist damit auf einer Stufe mit seinem Jugend-Idol Wes Montgomery!

Was denkt ihr: Ist Pat Metheny so wichtig und einflussreich für die Jazzgitarre wie Wes Montgomery?

(WesMontgomey.de wünscht allen Lesern/Usern/Wesheads entspannte Feiertage, ein erfolgreiches Jahr 2014 und immer einen coolen Groove im Herzen! Und bleibt in Kontakt, Anfang des Jahres seht ihr hier ein exklusives Interview mit Bassist Ruud Jacobs. Stay tuned.)

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NDR Info mit Wes-Feature

Leider nur bis zum 17. September im Netz noch einmal nachzuhören: Ein Radio-Feature über die Montgomery Brothers. Autorin Marianne Therstappen widmet sich einigen besonders gelungenen Aufnahmen der Brüder, zum Beispiel dem Stück „Back to Bock“. Dem allgemeinen Lob des Albums „Groove Yard“ ist durchaus zuzustimmen. Anhören, so lange es noch geht. Falls jemand einen Mitschnitt für mich hat, wäre das super.

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Wes bei der Arbeit

Ein seltenes TV-Dokument, eine Szene, wie man sie kaum im Fernsehen zu sehen bekommt. In dieser Aufnahme ist man direkt dabei, wie Wes Montgomery mit anderen Musikern das Stück „End of a Love Affair“ erarbeitet. Die Musiker sind übrigens Pim Jacobs (p), Ruud Jacobs (b) und Han Bennink (dr).

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Neu abgemischt: So Much Guitar

So Much Guitar (1961)

So Much Guitar (1961)

Vor fast genau 52 Jahren, am 4. August 1961, nahm Wes Montgomery seine vierte LP als Leader für das Label Riverside auf: „So Much Guitar! (OJC Remasters)„. Jetzt ist eine neue Version, „digital remastered“, des Albums erschienen. Es enthält nicht nur die Aufnahmen von So Much Guitar, sondern auch noch diejenigen von „The Montgomery Brothers Live in Canada„.

„So Much Guitar“ gehört zu den eher wenig beachteten Alben von Wes. Dabei sollte es wohl ein ähnlich großer Wurf werden wie „The Incredible Jazz Guitar„, mit dem Wes im Jahr zuvor seinen endgültigen Durchbruch erzielt hatte. Mit dem Pianisten Hank Jones, dem jungen Ron Carter, Drummer Lex Humphries und Percussionist Ray Barretto hatte Produzent Orrin Keepnews wieder eine attraktive Band aus angesagten New Yorker Musikern zusammengestellt. Und obwohl alle gemeinsam ein durchweg hörbares Ergebnis abliefern, kommt „So Much Guitar“ nicht an sein Vorbild heran.

So Much Guitar, Rückseite

So Much Guitar, Rückseite

Schon im Auftaktstück, Wes eigenem „Twisted Blues“, wirkt der Gitarrist ein wenig fahrig. Seine Improvisation ähnelt eher einer Anhäufung von Licks. Kein Vergleich zu späteren Liveaufnahmen, denn „Twisted Blues“ gehörte später zum Standardrepertoire seiner Konzerte. Insgesamt bietet die Studioversion auch wenig Dynamik, obwohl der Groove mit den zusätzlichen Congas eigentlich ganz gut läuft. (Wobei man anmerken muss, dass Twisted Blues auch auf einem sehr vertrackten Akkordschema basiert, das nicht gerade zu eleganten Improvisationen einlädt und erst einmal gemeistert werden will.)

Und ganz ähnlich geht es eigentlich die gesamte Platte hindurch. Zu den Höhepunkten gehört für mich die Version von „Repetition“, wo Wes das Thema mit seinem von Oktaven und Singlenotepassagen gut umsetzt. Spannend für Gitarristen: Mit „While We’re Young“ enthält das Album eines der wenigen reinen Solo-Stücke, die Wes aufgenommen hat.

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Buchtipp: Jazz Life

Montgomery Brothers

Montgomery Brothers

Im magischen Jazzjahr 1960 reiste Fotograf William Claxton gemeinsam mit dem deutschen Jazzautor Joachim E. Behrendt drei Monate lang durch die USA. An den Hotspots des Jazz – New Orleans, Kansas, New York, San Francisco, L.A. etc. – trafen sie die meisten der maßgeblichen Musiker dieser Zeit. Claxtons Fotos aus der Zeit sind Klassiker, nicht wenige haben das Bild des Jazz insgesamt maßgeblich geprägt. Der den Kopf bis fast auf die Tastatur gebeugte Bill Evans, Stan Getz im Hinterhof, nur senkrecht von einer Hauslampe ausgeleuchtet, oder Trompeter Donald Byrd, der in einem New Yorker U-Bahn-Wagen übt – all das sind Fotos, die sich in die Erinnerung an diese große Zeit eingebrannt haben. Continue Reading →

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Ein wenig Wes für den Sommer

Zu den besten Aufnahmen, die Wes Montgomery jemals gemacht hat, gehören die Live-Recordings im Half-Note-Club aus dem Jahr 1965. Es handelt sich um Radio-Sessions, die später teilweise veröffentlicht wurden (u.a. auf Smokin‘ at the Half Note). Eine Reihe von Stücken gibt es allerdings nur als Bootleg, die unter Wes-Fans weitergegeben werden. So auch diese Aufnahme von „Cariba“, eines der bekanntesten (und aufgrund seines einfachen 12-Takt-Akkordschemas oft nachgespielten) Originale von Wes. Ich habe zwei Daten für diese Aufnahme, einmal den 12. Februar und einmal den 24. September 1965. Im ersten Fall hätte Wes mit seinem Mabern-Tour-Trio gespielt, im anderen Fall mit dem Wynton-Kelly-Trio.

Auffällig an dieser Version von Cariba ist bereits der Einstieg. Wes spielt das 12-Takt-Schema nicht aus, geht viel zu früh in den zweiten Durchgang des Themas und man hat den Eindruck, dass er es geradezu vermeidet, das erwartete Blues-Klischee zu bedienen. Im Anschluss an das Thema legt Wes mit einem Singlenote-Solo los, was zunächst gar nicht so wirklich zündet. Erst nach und nach groovt er sich ein, um dann ab etwa 1.50 zum Oktavspiel überzugehen und gleichzeitig die Struktur des Stückes wieder aufzunehmen. Ab etwa 3.00 beginnt er einen völlig anderen Teil, basierend auf seinem Blockakkordspiel. Und ab hier wird es richtig spannend. Für die restlichen knapp 6 Minuten hört Wes gar nicht mehr auf, dem Stück durch sein Akkordspiel und zwischenzeitlich auch wieder Oktavspiel immer wieder neue Richtungen zu geben. Ein großartiges Beispiel für seine Improvisationskraft und Spielfreude.

Viel Spaß beim Anhören.

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R.I.P. Ben Tucker

Bassist Ben Tucker ist im Alter von 82 Jahren gestorben. 1930 in Nashville geboren, spielte Tucker unter anderem auf Platten von Gerry Mulligan, Grant Green und Quincy Jones. Er war an der Produktion des Hits „Sunny“ beteiligt war, und profitierte später von den Tantiemen aus dem Stück von Bobby Hebb. Tucker war viele Jahre Bassist des Billy Taylor Trios, und in dieser Funktion kreuzte er 1964 den Weg Wes Montgomerys. Wes und Taylor spielten einige Radioaufnahmen ein, die unter dem Titel „The Navy Swings“ (mit Drummer Grady Tate und Sänger Joe Williams) veröffentlicht worden sind. Ben Tucker wurde in seiner Wahlheimat Savannah Opfer eines Verkehrsunfalls, als er mit einem Golfwagen unterwegs war.

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Gründen wir ein Forum?

Ich habe in den letzten Wochen mehrfach elektronische Post bekommen von Menschen, die sich mit Wes Montgomery und der Jazzgitarre allgemein beschäftigen. Das ist eine Resonanz, die mich sehr gefreut hat. Dabei ist mir aufgefallen, dass irgendwie ein Ort fehlt, an dem man direkt miteinander kommunizieren kann. Bis zum vergangenen Jahr gab es noch das Forum bei Archtop Germany, aber auch das ist zwischenzeitlich dahingeschieden. Bei Facebook habe ich den Eindruck, dass viele Hemmungen und Ängste haben, sich dort anzumelden oder zu kommunizieren. Und ich muss gestehen, dass ich FB auch eher für einen privaten Kreis benutze, während ich sonst auf Twitter oder bei Google+ auch für alle anderen einsehbar und kontaktierbar bin. Also, was bleibt? Eine Mailingliste? Oder ein neues Forum.

Ich habe einfach mal ein Forum an diese Webseite angedockt, und ich würde mich freuen, wenn es ein paar Menschen finden würde, die sich gerne über tote und lebende Gitarristen, über Archtops, über Konzertermine, neue Aufnahmen, die man gehört haben muss, oder ähnliche Dinge unterhalten möchten. Ihr alle seid herzlich eingeladen.

Ach so: Ich habe zwar eine Menge Erfahrung darin, Blogs einzurichten und zu gestalten, aber beim Forum betrete ich Neuland. Falls etwas blöd aussieht, unkomfortabel ist oder gar nicht funktioniert, sagt bitte Bescheid (auch gerne per Mail an torsten at meise.net). Ich lerne gerne dazu.

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R.I.P. Arnold Eidus

Als Sohn russischer Einwanderer am 28.11.1922 in New York City geboren, konnte sich Arnold Eidus schon früh als ein Wunderkind an der Geige etablieren. Bereits mit 16 gab er ein Konzert in der Carnegy Hall. Mit 24 gewann er in Paris als erster Amerikaner die Jacques Thibaud International Violin Competition. Später wurde er Konzertmeister des ABC Symphonieorchesters. Bevor er 1967 bei einer Werbeagentur anheuerte, um Werbe-Jingles zu produzieren, war er auf zahlreichen Jazz-Alben zu hören, die mit Orchestern erweitert wurden. Bereits auf der Riverside-LP „Fusion“, der ersten Streicherplatte von Wes Montgomery, ist Eidus dabei. Auch nach dem Wechsel der Plattenfirma bleibt der Violinist dem Jazzgitarristen treu. Auf den Verve-Platten „Bumpin'“ (1965, mit Dirigent und Arrangeur Don Sebesky) und „Tequila“ (1966, mit Dirigent und Arrangeur Claus Ogerman) ist Arnold Eidus ebenfalls zu hören. Der Musiker starb am 3. Juni im Alter von 90 Jahren.

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Die Wes-L5, die George Benson gehörte

 

In diesem TV-Beitrag aus George Bensons Haus gibt es eine kurze Einstellung, in der man die L-5 sehen kann, die Wes Montgomery gehört hat. Es handelt sich um ein Modell mit spitzem Cutaway, also wohl um jenes Modell, mit dem Wes auch für die Gibson-Anzeigen posiert hat. Wie ich hier bereits vor einiger Zeit berichtet habe, ist die Gibson L-5 nun in die Hände von Pat Metheny übergegangen.

L-5 florentine cutaway

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